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Ehemaliges GSG-9-Fahrzeug: Martin Labs' T3 Syncro Doka

Martin Labs ist seit 1995 Bulli-Fahrer und kam über diverse Modelle und Baureihen recht bald beim T3 Syncro Doka an, auf den er bis heute schwört. Hier stellt Martin seine Bullis vor.

 ©Martin Labs

Hallo Bulli-Freunde,

mein Bulli-Geschichte begann mit meinem Schwager, der mich mit dem VW-Bus-Virus infizierte.

Mein erster VW T3 war dann 1995 ein schwarzer T3 Multivan Baujahr 1988 mit MV-Motor, den ich in Heide in Schleswig-Holstein gekauft hatte. Damals lebte ich noch in Hamburg, seit 2013 in Holzminden. Dieser T3 Multivan wurde sehr geliebt, er war tiefergelegt, mit Sportfahrwerk, und wir haben ihn ausgiebig zum Campen und Reisen genutzt.

Bis meine Freundin sich dann beschwerte über das "harte und unbequeme" Fahrverhalten direkt über der Vorderachse. Also: Ein höhergelegter Bus musste her!

Der verkaufte T5.

 ©Martin Labs

Inspiriert durch eines der ersten Syncro-Treffen im Offroadcamp Karenz begann meine "Jagd" auf einen Syncro.

Zwischendurch versuchte ich mich mit einem schwarzen VW T4 Multivan Syncro 2,5 TDI Baujahr 1998 mit Volker-Lapp-Fahrwerk (ähnlich Seikel) und außenliegendem Reserveradträger...

Der wurde schließlich nach Russland verkauft. Niemals konnte er - trotz Sperre an der Hinterachse - einem T3 Syncro das Wasser reichen.

Und von 2016 bis 2018 hatte ich auch noch einen VW T5 Multivan 2,0 Benziner. Den habe ich 2018 nach Hannover an einen Volkswagen-Mitarbeiter verkauft.

GSG 9-Doka und Schwester.

 ©Martin Labs

Nach gut einem Jahr der Suche habe ich - mehr oder weniger zufällig - im Jahr 2004 zwei VW T3 Syncro über die Vebeg (bundeseigene Treuhandgesellschaft zur Verwertung von ausgemustertem Eigentum des Bundes und anderer öffentlicher Auftraggeber) ersteigert.

Wie sich später herausstellte handelte es sich um ehemalige Einsatzfahrzeuge der GSG 9 zum Entern von Flugzeugen auf dem Rollfeld im Falle einer Entführung.

Beide hatten deshalb vier Türen, ebenfalls einen MV-Motor, und ein System zur Montage von Leitern. Die Funk- und Sirenen-Anlagen wurden vor der Versteigerung ausgebaut.

 ©Martin Labs

Interessanterweise hatte ich fast nur Benziner-Busse. Nun ja, sie verbrauchen zwar viel, halten meiner Ansicht nach aber auch länger...

Beide ersteigerten T3 Syncro waren Baujahr 1990, knapp 90.000 Kilometer gelaufen, standen geschützt in einer Halle / Schleppdach und waren in sehr gutem Zustand.

Noch nie hatte ich zwei Fahrzeuge mit fortlaufender Fahrgestellnummer! Beide Fahrzeuge waren nacheinander im Auftrag des Grenzschutzes bei Volkswagen produziert worden.

Die Farbe der Fahrzeuge ist eher selten und original.

Verkaufter VW T3 Syncro mit Luna-Ausbau.

 ©Martin Labs

Einer musste gehen und wurde nach Kanada an einen damals in der Syncro-Szene gut bekannten Importeur verkauft.

Bisher habe ich noch keine aktuelle Spur von der "Schwester" meiner Doka.

Vor zwölf Jahren kam noch ein Syncro Luna Wohnmobil dazu. Der wurde aber nach kurzer Zeit (dem Rost geschuldet) als "weiteres" Vater-Projekt weiterverkauft.

Es war ebenfalls ein Benziner, Baujahr 1988, mit DJ-Motor ohne Kat und zwei Sperren. Und interessanterweise hatte dieser Bus schon ein ABS-System.

 ©Martin Labs

Inspiriert von den Volkwagen T3- ( mit und ohne Allrad) Jagdwagen-Modellen begann die Verfeinerung der Doka mit einen anderen Fahrwerk, anderen Reifen, Fenstern, Sitzanlage, Zuschaltallrad und einer Servolenkung und einem Jagdwagen-Astschutz-Frontbügel, um nur ein klein wenig aufzuzählen, was so gemacht wurde.

Nur zur Jagd wurde die Doka nie eingesetzt, auf die Jagd gingen die Kinder im Legoland, an der Nordsee in Sankt Peter Ording oder in dem einen oder anderen Offroadpark in Deutschland bei einem der Syncro-Treffen.

Auf die Ligurische Grenzkammstraße ging es auf über 2000 Meter Höhe allerdings mit einem Land Rover Defender 110 TD4, die Kinder waren dabei, heute fahren sie selber.

Von den letzten 16 Jahren hat die Doka viel Zeit zum "Reifen" und Ruhen in einer Halle, Scheunen oder in der Garage verbracht.

 ©Martin Labs

Inzwischen hat sie 132.000 Kilometer auf der Uhr, Ende Mai wurde sie 30 Jahre und freut sich auf eine mögliche H-Zulassung.

Den Traum, mit einem Dachzelt auf der Ladefläche nach Nordafrika aufzubrechen, hat die Doka nicht erleben dürfen, jetzt ist sie vielleicht schon ein wenig zu betagt für eine solche Reise.

Aber dafür gibt es ja noch andere schöne Fahrzeuge... Die großen Kinder fahren inzwischen selber, die kleinen Nachzügler wünschen sich ein Wohnmobil....

Das Abenteuer mit und für ein Auto geht weiter.

Mit vielen Grüßen, Martin Labs

von Gerhard Mauerer