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Eine Zeitlang wohnte eine Schar Hühner in meinem Samba

Im Jahr 1994 kaufte Markus Schraner seinen T1 Samba, Baujahr 1961 von einem Bauern. Damals lebten Hühner in dem Bulli. Hier erzählt Markus die Geschichte seines T1 Samba.

Markus' T1 Samba.

 ©Markus Schraner

Hallo Bulli-Freunde!

Ich hatte schon immer eine Schwäche für den VW Transporter und da alle anderen einen Käfer hatten, wollte ich eben etwas anderes. Ein T1 musste es sein, das Spitzenmodel der T1-Reihe, ein Samba mit Luxusausstattung inklusive Blumenvase und den berühmten 23 Fenstern!

1994 dann der große Glücksfall: Ich fand mein Wunschauto bei einem Bauern, welcher den VW 1961 T1 Modell 24 "Samba", 34 PS, 4-Zylinder, 1200 ccm. neu gekauft hatte, um damit Taxifahrten zu unternehmen. Irgendwann wurde dieser Personentransport eingestellt und der Bus kurzerhand zum Hühnerstall umfunktioniert.

 ©Markus Schraner

Als ich ihn beim Bauer abholte, war der Innenraum noch mit Stroh ausgelegt. Der Erstbesitzer hatte immerhin den Weitblick gehabt, sämtliches Zubehör und alle Dokumente bis zum originalen Verzollungsdokument aufzubewahren. So kam ich zu einem echten Samba mit Vollausstattung und lückenloser Geschichte.

Wen stört da schon ein wenig "Chickenshit"?

Ein Jahr später, nach einer gründlichen mechanischen und kosmetischen Restaurierung, war mein Samba wieder so schön wie am ersten Tag.

Ich liebe Reisen mit ihm. Bis nach Wolfsburg und zum Großglockner sind wir schon gefahren. Der VW verlangt eine vorausschauende Fahrweise, aber der Umgang mit der Technik ist einfach und bei einem gemütlichem Reisetempo von 80 – 90 km/h fühlt er sich am wohlsten.

Sogar als Taxi wird mein Bus nun wieder eingesetzt. Für Hochzeitsfahrten oder VIP-Transporte mit mir als Chauffeur.

 ©Markus Schraner

Mein nächstes Projekt: Ich träume davon – mit meinem Samba – dem VW-Bus-Museum in Hannover einen Besuch abzustatten. Leider haben sich uns seit drei Jahren immer wieder Hindernisse in den Weg gestellt, zum Beispiel Museumsschließung wegen Umbaus, oder zuletzt Corona. Aber einen Bulli kann ja bekanntlich nichts aufhalten…

Die anderen Verkehrsteilnehmer und Passanten reagieren durchs Band positiv. Oft ergeben sich ganz spontan interessante Begegnungen und Gespräche mit anderen VW-Fans.

Meine Frau hat sich mittlerweile auch daran gewöhnt, dass sie unterwegs viel winken und lächeln muss. Meine Enkelin findet den Samba sowieso das Größte und liebt Fahrten in ihm über alles.

Mein Samba gehört eben mittlerweile zu unserer Familie und so wird es auch bleiben.

von Gerhard Mauerer