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Jörgs T1 Samba aus den USA - eine Restaurations-Geschichte

Jörg Adelt ist ein Self-Made-Schrauber - seit Jahrzehnten. Sein langwierigstes Projekt war ein T1 Samba, den er über mehrere Jahre wieder aufbaute. Hier erzählt Jörg von seinem Bulli.

Restauriertes Ford Model T bei Hochzeitseinsatz.

 ©Jörg Adelt

Hallo Bullifreunde!

Mein Name ist Jörg Adelt, ich bin 66 Jahre alt und wohne in Bad Honnef im Siebengebirge auf dem Aegidienberg am Rhein.

Ich hatte in jungen Jahren immer an Käfern geschraubt und auch mehrere gefahren. Ich fuhr auch zum Beispiel Opel Kadett, Ford M17, halt immer alte, preiswerte Fahrzeuge, und immer habe ich selbst geschraubt.

Später habe ich dann auch für meine drei Kinder Autos erstanden und daran herumgeschraubt. Für mich als Augenoptikermeister war das immer auch ein wenig schöne "Abwechslung".

Nachdem ich im Jahr 2013 ein Ford Model T, Baujahr 1926, erworben und in zwei Jahren restauriert hatte, wurde ich irgendwie süchtig nach dem Restaurieren alter Autos.

Ankunft des "Bulli".

 ©Jörg Adelt

Als alter Käfer-Schrauber zu Jungspund-Zeiten erinnerte ich mich dann auch an den Wunsch, einmal einen Bulli mein Eigen zu nennen.

Im Jahr 2016 ersteigerte ich dann auf EBay einen Samba-Bus aus den USA.

Der Bulli kam aus Sacramento in Kalifornien.

Der Import über APL Bremen hat 2500 Euro gekostet und das Rostvehikel Bulli 17.000 Euro.

Die Arbeit begann.

 ©Jörg Adelt

Den holte ich dann rüber über den Teich und holte ihn freudig in Bremerhafen ab. Er wurde verzollt und nach Hause gebracht.

Da erst zeigte sich dann das ganze Übel...

Also, nicht faul sein, alles raus, was zu zerlegen war.

Es dauerte ein halbes Jahr, bis nur eine nackte Karosserie da stand.

 ©Jörg Adelt

Ich trennte das Chassis von der Karosserie, baute das Chassis neu auf, setzte die Karrosserie wieder drauf und baute den Bus neu auf.

Das ganze dauerte dann drei Jahre.

2K-Grundierung, dann Spachteln, Schleifen.
 
Über Monate war der Bulli dann beim Lackierer und dann am 23.12.2020, quasi als "Weihnachtsgeschenk" holte ich ihn ab.

Das "fertige" Produkt.

 ©Jörg Adelt

In der Zwischenzeit hatte ich sämtliches Innenleben neu gepolstert, Verkleidungen bezogen, das Schiebedach neu aufgebaut, die Vorderachse überholt, ein Getriebe mit langem Vier-Gang besorgt, einen 44-PS-Motor ersteigert,
so dass ich nun "nur" noch zusammenbauen und -schrauben musste. Das war dann bis Ende August geschafft.  

Die TÜV-Einzelabnahme klappte ohne Beanstandung.

Bis er fertig war, hat alles zusammen 62.000 Euro gekostet. Da hatte ich aber einen Bekannten, der günstig geschweißt hat und einen Bekannten, der nebenbei lackiert hat.

Nun hat der Samba auch ein H-Kennzeichen und fährt super.

Bei einer Hochzeit.

 ©Jörg Adelt

Unter anderem hatte der Bulli auch schon einen ersten Hochzeits-Einsatz.

Ich bin zufrieden und alle bestaunen mein Ergebnis

An alle Schrauber: Haltet nur durch! Es lohnt sich. Ich habe es auch geschafft. Mit zwei Händen und einem Kopf.

Das meiste Wissen habe ich mir selbst erarbeitet oder im Internet recherchiert.

Wobei gerade die Elektrik schon herausfordernd war.

Gruß, Jörg
 
P.S.: Ich helfe gern mit Rat 01714487952

Unter diesem Artikel geht es zur Bidlergalerie und zu einem weiteren Beitrag über Jörgs T1.

von Gerhard Mauerer