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50 Jahre VW-Bus-Club Koblenz: Corona bremst Feier aus

Die Koblenzer Bulli-Freunde konnten das Jubiläum wegen Corona nicht feiern. Sie können aber stolz auf eine bewegte und einmalige Geschichte zurückblicken.

Von Anfang an dabei: Manfred Klee

 ©VWBC

Der 6. Februar 2021 wäre ein guter Grund für eine Riesenfeier gewesen. Doch die strengen Verordnungen zwangen viele Bullis und ihre Besitzer zum Stillhalten. Niemand konnte sich öffentlich daran erfreuen, dass vor 50 Jahren eine kleine Gruppe von Freunden der VW-Busse einer Idee von Roland Eisner gefolgt waren und sich regelmäßig zu Ausflugsfahrten nach Amsterdam trafen. Nach und nach kamen immer mehr Busse dazu: Der VW-Bus-Club Koblenz war geboren.

Manfred Klee, heute Präsident des Klubs, erzählte dieser Tage der Rhein-Zeitung Koblenz, wie es zehn Jahre später, am 6. Februar 1981, zum ersten größeren Treffen am Gasthof Remstecken am Rande des gleichnamigen Naherholungsgebietes mit rund 22 VW-Bussen gekommen war.

„Das Treffen sollte um 20 Uhr starten, ich war als Erster da und schon ganz nervös“, erinnert sich Klee. „Dann kam plötzlich der erste Bus und danach ging es Schlag auf Schlag.“ Keiner der Teilnehmer kannte sich vorher, Handys gab es noch nicht und die Kommunikation war schwieriger als heute. „Ich habe damals Einladungszettel an jeden VW-Bus geklemmt, den ich gesehen habe“. Auch seinen Stellvertreter Hajo Ross hat er bei diesem ersten Treffen kennengelernt: „Hajo kam mit Schlips zu dem Treffen und ich habe mich schon gefragt, was das für einer ist. Seitdem ist er Vizevorsitzender des Clubs und mein bester Freund.“  In der Folge gab es regelmäßige Treffen, es wurde oft zusammen gegrillt, gefeiert. „Die Treffen und Touren waren wie Familientreffen“, erinnert sich Hajo Ross. „Viele haben ihre Kinder mitgebracht.“

Nach und nach wuchs die Fan-Gemeinde und jedes zweite Jahr lud der Club Bulli-Begeisterte aus dem ganzen Land zu ihren VW-Bus-Deutschland-Treffen. Eingeladen wurde immer mit kopierten Zetteln und durch persönliche Empfehlungen.

Eine von vielen guten Ideen: Ein Bulli am Haken

 ©vwbc

Während zum ersten Deutschland-Treffen auf einem matschigen Platz bei Winningen insgesamt 105 VW-Busse anreisten, musste in den folgenden Jahren auf größere Plätze ausgewichen werden. Einen Rekord gab es 1998 beim Treffen am Flugfeld in Halbs im Westerwald: mehr als 1800 Busse und fast 20.000 Teilnehmer und Besucher kamen aus ganz Deutschland, England und Japan, um die Sammlerstücke zu bestaunen, das Programm zu genießen und sich auszutauschen.

Zu den VW-Bus-Deutschland-Treffen hatte sich der Koblenzer Club immer besondere Aktionen ausgedacht: So wurde beispielsweise ein Bulli mit einem Hubschrauber von der Festung Ehrenbreitstein zum Deutschen Eck geflogen. Ein anderes Mal hob ein Autokran einen Bus auf 40 Meter Höhe. „Einmal hat die Feuerwehr mit einem Löschboot und einer 40 Meter hohen Wasserfontäne, VW‘ aus dem Wasser gespritzt“, erinnert sich Klee. Bei einem Treffen reihten sich über 500 Bullis aneinander und fuhren in einem 18,5 km langen Konvoi hintereinander.

Immer mit an Bord: Hajo Ross und der T1

 ©VWBC

Aber auch Kultur sollte bei den Treffen nicht zu kurz kommen. Mal spielte Django Reinhardt bei einer Gala, ein andermal das Kölner Symphonie Orchester. Der Club, der nur für rund zwei Jahre ein eingetragener Verein war, setzt sich auch für wohltätige Zwecke ein und spendete einen Bus für das Kinderheim des Seraphischen Liebeswerkes in Koblenz, einen VW-Krankenwagen nach Rumänien und einen Bulli nach Ruanda.

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie mussten und müssen die monatlichen Treffen der rund 40 aktiven Clubmitglieder aus Koblenz und Umgebung und auch die Jubiläumsfeier ausfallen. Kommuniziert wird über die Homepage.

Neidlos muss man anerkennen, dass sich viele anderen VW-Bus-Clubs nach dem Koblenzer Muster organisiert und zusammengefunden haben. Nicht selten gibt es Bulli-Freunde, die zwei oder mehrere Fahrzeuge haben.Dazu gehört auch Klee, der auf der Webseite des Clubs seine Liebhaberstücke zeigt. Ein Klick auf die Seite (http://vwbc.de) gleicht einem Spaziergang durch 50 Jahre Vereinsgeschichte mit vielen Bildern und schönen Erlebnissen. Das Besondere am Bulli ist für Klee und Ross weiterhin der Charakter der Autos, das Reisen und die Natur, auch wenn sich die gesamte Branche im Wandel befindet. „Es gibt nichts schöneres, als bei Regen oder leichtem Schneefall mit Standheizung und einem Glas Rotwein im Bus zu sitzen“, findet Klee. Ross ergänzt: „Da ist man Zuhause, wo immer man ist.“

eba/agü