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Im T2 durchs schöne Irland Teil 1

Single-Road-Trails heißen die kleinen schmalen Straßen, die oft zwischen Natursteinmauern, und wenn man Pech hat, gerade nur mit wenigen Ausweich-Möglichkeiten durch Schottland und Irland führen. Im Sommer 2017 bereisten Colette und Axel Reimann in ihrem T2 die grüne Insel. Hier ist Teil eins des Reiseberichts.

Das "Busle" rechts und ein weiterer T2.

 ©Colette und Axel Reimann

Hallo Bulli- und Reisefreunde!

Irland mit dem Bulli zu entdecken macht einfach nur Spaß! Entweder reist man so an, wie wir es 2017 gemacht haben, also über Zeebrügge nach Hull, dann nach Schottland (siehe Teil 1 vom Reisebericht) und anschließend mit der Fähre von Stranraer nach Nordirland. Oder man plant die Irlandtour extra und fährt dann von Cherbourg (Frankreich) direkt nach Rosslare in Irland.

Der große Vorteil nach dem Brexit: Man bleibt in der EU und hat dadurch keinerlei Stress mit der Ein- und Ausreise. Die Fähre braucht rund 17 Stunden.

Unsere Reise ging grob gegen den Uhrzeigersinn. So waren wir erst in Nordirland, um dann in Derry/ Londonderry in die Republik Irland einzureisen.

Auf der irischen Insel gibt es für jeden etwas, und das macht eine Reise zur wahren Entdeckungsreise: Kultur, Landschaft, Denkmäler, jeden Tag erhascht man einen anderen Blick auf die grüne Insel.
 
Kleine Städtchen, alte Klöster, Schlösser und Parks, dazu kommen so berühmte Landmarken wie "Giant’s Causeway" oder der "Ring of Kerry".

Und immer wieder trifft man andere Bullis vom Festland oder von der Insel.

 ©Colette und Axel Reimann

In Belfast wird sich sicher jeder das Titanic-Museum auf dem alten Werftgelände anschauen.

Kleiner Tipp dazu: Ein Stück hinter dem Museum konnte man gratis parken.

Und mit der Eintrittskarte (leider recht teuer) kann man auch den Tender "Nomadic" besichtigen, der damals die Reisenden zur Titanic brachte. Das Foto zeigt den Tender.

 ©Colette und Axel Reimann

Noch ein Tipp: Im Rathaus von Belfast kann man sich gegen 15h kostenlose Tickets für die"16h-Führung" besorgen (sehr interessant und sehenswert).

Und dann muss man noch unbedingt zur "Peace Line".

Das ist die Mauer, die noch heute die katholischen und anglikanischen Stadtteile Belfasts voneinander trennt.

Man muss es gesehen haben, auch die großen Stahltore, mit denen die Straßen blockiert werden. Und man wird es trotzdem nicht verstehen.

 ©Colette und Axel Reimann

Natürlich gibt es auch viel Mystisches: So zum Beispiel echt von den alten Kelten die Steinkreise, den "Beaghmore Stone Circus", oder unecht, die Filmkulisse von Game of Thrones.

Hier haben wir übrigens die meisten chinesischen Reisegruppen getroffen und für ein Foto mussten wir erst warten, bis wirklich alle Reisebusse wieder verschwunden waren. Und so präsentieren wir unser "Busle" in der "Game of Thrones"-Kulisse, siehe Foto.

Westlich vom "North Chanel" (Nordkanal), einer Meeresenge, die Nordirland von Schottland trennt, beginnt bei Ballycastle der eigentliche Atlantik. Direkt an der Nordküste führt die "Causeway Coastal Route" entlang.

Die raue und reizvolle Küste ist eine vielbesuchte Touristengegend mit monumentalen Sehenswürdigkeiten und imposanten Landschaften.

Nur leider wie oft auf unserer Tour alles im Nebel.

 ©Colette und Axel Reimann

Die berühmte "Old Bushmill's Whiskey Destillery" liegt danach auf unserem Weg. Die Bushmill ist die älteste Whiskey-Brennerei der Welt. Es gibt sie seit 1608. Sogar auf der nord-irischen Fünf-Pfund-Banknote ist sie verewigt.

Schon bald kommen wir in die "Schrägstrich-Stadt" , englisch "Stroke City". Den Namen hat die Stadt bekommen, weil die Journalisten aus politischer Korrektheit eben immer von "Derry - Stroke (Schrägstrich) - Londonderry" schrieben beziehungsweise sprachen.

In der Stadt gibt es einiges Historisches zu besichtigen, aber auch die jüngere (tragische) Geschichte muss man sich unbedingt ansehen! Vor den Toren der Altstadt in der Rossvile Street liegt die Free Derry Corner. Hier erinnert alles an den Blutigen Sonntag vom 30. Januar 1972. Das war der Tag, den die Band U2 in ihrem Song "Sunday Bloody Sunday" beschrieben hat. Und auch John Lennon ("Bloody Sunday") und Paul Mc Cartney ("Give Irland back to the Irish") haben Songs diesem Ereignis gewidmet.

13 Demonstranten wurden damals von einer Gruppe englischer Soldaten erschossen. Die meisten waren noch Teenager. Eines der traurigen Kapitel der Geschichte, die meine Generation miterlebt hat. Und die Protestsongs habe ich noch im Ohr.

 ©Colette und Axel Reimann

Fast unbemerkt überqueren wir hinter Derry die Grenze zur Republik Irland und der nördlichsten Region: County Donegal.Wir fahren an die Westküste von Irland. Das Wetter ist jetzt richtig schön.

"Sli an Atlantaigh Fhiáin" heißt die Route auf keltisch – "Wild Atlantic Way" steht aber auch auf dem Hinweisschild drunter und so wissen wir, es geht um die "wilde Atlantik Route".

Der Wild Atlantik Way geht über 2500 Kilometer an der Westküste Irlands entlang. Eine der schönsten Küstenstraßen der Welt führt von Derry bis nach Cork, und zum Teil werden wir die wildromatische, aber oft einspurige Straße (Single Track Road) auch fahren.

Teil zwei der Irland-Reise im T2 folgt demnächst!

von Gerhard Mauerer