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Christian Benns T4 California Tour "Bobsi"

Zu seinem T4 California Tour kam Christian Benn auf traurige Weise: Er übernahm ihn von seinem verstorbenen Vater. Einige Touren hat Christian schon mit dem T4 gemacht. Zuletzt standen jedoch einige Arbeiten an dem Bulli an. Christian berichtet hier darüber.

 ©Christian Benn

Moin und hallo, liebe Freunde und Freundinnen der Bullis!

Ich bin Christian und wohne "op’n Dörp" in Nordfriesland und möchte Euch heute meinen Bulli vorstellen.

Die gemeinsame Zeit mit meinem T4 California Tour beginnt leider traurig. Ich habe ihn von meinem verstorbenen Vater im April 2018 geerbt.

Damals stellte sich für mich nicht die Frage, ob ich den California behalte oder nicht. Erstens habe ich ihn übernommen wegen meinem geistig behinderten Bruder, der mit unserem Vater im Bulli etliche Touren gemacht hat. Und zum anderen wollte ich ihn haben, da auf diese Weise die Erinnerung an unseren Vater weiterlebt.

 ©Christian Benn

Mein Bulli ist Baujahr 1993, Erstzulassung 1994, und hat den AAB 2,4l Motor. Inzwischen hat er rund 313.600 Kilometer gelaufen.

Er hat seitdem den Namen "Bobsi", das war der Spitzname unseres Vaters.

Nach den ersten zwei Reisen mit dem Bus - 2018 nach Sachsen und 2019 an die Ostsee - zeigte sich der Rost am T4.

Die Radläufe, ist klar, sind die üblichen Problemstellen. Schlimmer stand es jedoch um die Dachkante des Hochdachs.

Nachdem ich mit einem Bekannten, der auch T4 fährt, das ganze begutachtet hatte, hieß es: Hochdach runter und ran an den Rost!

Wer schon mal bei seinem Bus das Dach ab hatte, weiß, was das für eine Arbeit ist. Dazu muss ich sagen, dass ich vor meinem Bus nicht an Fahrzeugen geschraubt habe.

 ©Christian Benn

Also erst mal alles Störende für die Arbeiten ausbauen: Hochbett, Schränke in der Nase, Seitenteile, Sitzbank und der Kleiderschrank. Zu meinem Glück haben unsere Vermieter selbst ein Wohnmobil und ich durfte alle Arbeiten in deren großen Garage ausführen.

Am schlimmsten war es, die alte Dichtmasse zwischen Hochdach und Bus zu durchtrennen. Nach etwas Probieren zeigte sich, dass es mit Steakmessern am besten ging. Wobei es immer noch alles andere als einfach war. Bis zum Aufbocken des Daches vergingen gut eineinhalb Wochen.

Bis auf sonntags habe ich jeden Tag nach meiner beruflichen Arbeit oft bis abends um 22.00 Uhr am Bulli gewerkelt.

Es zeigte sich, dass sich das Wasser an mehreren Stellen seinen Weg ins Innere gesucht hatte. Zum einen durch die poröse Dichtmasse rund um das Dach und an den Gummistopfen in der Regenrinne auf dem Blechdach hinten.

Was folgte, war für meinen Freund und mich stundenlanges Rost entfernen mit der Flex. Leider musste das hintere Ende der Dachrinne rausgeschnitten werden. Hier gab es schon richtige Löcher. An den Seitenholmen waren die Roststellen zum Glück nicht so schlimm wie es erst aussah.

 ©Christian Benn

Nachdem neue Bleche von Bekannten eingeschweißt worden waren, ging es mit dem Wiederaufbau des Lacks los. Also alle Blechteile mit Rostumwandler mehrfach behandeln, danach Rostschutzfarbe in mehreren Schichten. Und zu guter Letzt nach drei Wochen endlich wieder das geliebte Grün auf dem Blech.

Die Zeit lief und endlich war auch die letzte Schicht Farbe getrocknet. So ging es an die zweite Hochzeit von Hochdach und Bulli nach gut vier Wochen. Was am Ende nicht so einfach war, schließlich wiegt das Dach geschätzte 200 Kilo. Und die wollen ohne Hektik und ohne zu verkanten auf den neuen Lack abgesetzt werden.

 ©Christian Benn

Davor haben wir reichlich Dekasil verarbeitet, es sollte ja alles schön dicht werden. 17 Tuben Dichtmasse und etliche Stunden später war es geschafft, das Dach war wieder an seiner Position.

Jetzt nur noch die Außennaht neu ziehen mit Dichtmasse und alle Abdeckungen entfernen sowie die Batterie anschließen. Nun endlich konnte ich nach fünf Wochen den Motor wieder starten, hinausfahren und mein Bus bekam wieder Tageslicht mit trockenem Innenraum.

Die Schränke habe ich nach eigenem Geschmack mit Dekorfolie bespannt. Und so war nach gut zwei Monaten Instandsetzung wieder alles an seinem angestammten Platz.

Für dieses Jahr stehen zwei Reisen zu Bulli-Festivals an: einmal nach Fehmarn im Juni und im September an den Auesee. Hoffentlich wird das klappen... Zudem werde ich auch noch die eine oder andere Wochenendtour machen.

Ich wünsche Euch allen eine allezeit gute Fahrt und viele schöne Erlebnisse. Euer Christian

von Gerhard Mauerer