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LEGO-Bulli: Zurück in die Kindheit!

VW-Bulli.de-Moderator Patrick Kühl hat den neuen LEGO-T1 aus mehr als 1300 Einzelteilen zusammengebaut. Er berichtet, wie er es genoss, wieder in die Kindheit zurückversetzt zu sein und wie detailgetreu der LEGO-Bulli ist.

Foto: Patrick Kühl

Leuchtende Augen, die Zunge blitzt mal aus dem rechten, mal aus dem linken Mundwinkel hervor, vereinzelt hallt ein Fluch durchs Haus, dann wieder stundenlange Stille und zwischendurch immer wieder eine freudige, lautstarke Aufforderung an die Lebensgefährtin, sich dieses klasse Detail doch mal genauer anzuschauen: „Komm mal schnell, guck mal hier. Toll, ne?“

Breitgrinsend und wie achtjährige Kinder werden wahrscheinlich zurzeit viele erwachsene Männer in Deutschland ihrer Frau Fragezeichen auf die Stirn treiben. Bringt das Bulli-Hobby nicht sowieso schon an so manchen Tagen viele Ehefrauen und Freundinnen zum Verzweifeln, die sich über die Macken und Launen ihrer Busliebhaber wundern müssen, so hat eine bekannte dänische Spielzeugfirma jetzt die nächste Runde Stirnrunzeln eingeläutet:

LEGO hat einen Bulli auf den Markt gebracht (VW-Bulli.de berichtete. Siehe dazu die Artikelverknüpfung unter diesem Artikel).

Foto: Patrick Kühl

Überall in der Republik sitzen nun gestandene Mannsbilder am Esstisch im Wohnzimmer, an ihren Schreibtischen oder ganz einfach auf dem Fußboden und versuchen aus den 1300 Einzelteilen des Bausatzes ein fertiges Legomodell zu basteln. Man wird innerhalb von Minuten wieder zum Kind, und das ist auch mal gut so!

Auch ich kann mich natürlich dem Spielspaß nicht entziehen und freue mich insgeheim schon tagelang darauf, nach vielleicht 25-30 Jahren wieder einmal „ernsthaft mit Lego zu spielen“. Unter dem Deckmantel „Schatz, ist doch ein Modell für die Vitrine – der hat bald enormen Sammlerwert“ lassen dann auch die ungläubigen, aber schmunzelnden Blicke meiner Frau langsam nach.

Foto: Patrick Kühl

Es gibt wohl kaum jemanden, der Lego nicht mit einem Stück seiner Kindheit verbinden kann. Die Eisenbahn, die Polizeistation und unzählige Fahrzeuge – vieles findet sich heute wohl sorgfältig durchgemischt in tausendfachen Einzelteilen in Kisten auf dem Dachböden der Elternhäuser wieder, aber wirklich vergessen hat man die genialen Bausteine aus dem dänischen Billund nicht.

Zwar hat sich auch bei Lego in den letzten Jahrzehnten viel getan, aber die Grundidee und damit die Grundbausteine sind heute noch immer dieselben, wie man auch nach dem Öffnen des Bulli-Kartons sehen kann. Viele Plastiktütchen mit einer schier endlosen Masse an kleinen, mittleren und großen Teilen fallen bei mir auf den Tisch. Dazu eine Klarsichthülle mit der dringend notwendigen Bauanleitung.

Foto: Patrick Kühl

Nach kurzer Überlegung, erst mal zu sortieren, fälle ich die Entscheidung, alle Tütchen zu öffnen, den Haufen nur etwas übersichtlicher auszubreiten und dann loszulegen. Anders habe ich es damals wohl auch nie getan – an wohlsortierte Spielsachen in meinem Zimmer kann ich mich jedenfalls nicht erinnern.

Und es stimmt! Ein bisschen wird man wirklich wieder Kind. Ich jedenfalls kann mir das Grinsen selbst nicht verkneifen und fange an zu basteln, zu suchen, zu stecken, zu drücken, zu suchen, zu grinsen und das meist danach wieder von vorn, stundenlang.

Gottseidank ist der Bus nicht innerhalb weniger Minuten zusammengebaut, denn wenn man schon nach Jahren endlich mal wieder Lego in den Händen hält, dann doch bitte auch etwas länger.

Foto: Patrick Kühl

Etwas länger bedeutet im Fall des Bullis zirka 6 Stunden. Die muss man(n) für die Fertigstellung schon einplanen, wenn man sich auch bei Spielgefährten in den unzähligen Busforen umhört. Manche schaffen den Bus an einem Abend. Andere, und dazu gehöre ich ebenfalls, teilen sich den T1 in mehrere Bastelabende auf.

Eines steht schnell fest: Die Designer bei LEGO haben sich wirklich etwas einfallen lassen.

Schon der Motor, der als erstes zusammengebaut werden muss, zeigt die Detailtreue des Modells. Der Blick in den Motorraum sieht dem eines echten T1 nicht wirklich unähnlich.

Foto: Patrick Kühl

Im Laufe der Abende werden immer mehr raffinierte Gimmicks fertiggestellt. Sämtliche Sitze sind beweglich, die Sitzbank wie im echten Bulli sogar zu einer Liegefläche klappbar.

Lavalampe, Waschbecken inklusive Wasserhahn, Blume, der ebenfalls klappbare Tisch in der Seitenwand, der mit einem Weinglas dekoriert werden kann, sogar ein bewegliches Gaspedal, Blinkerhebel und Gangschaltung werden eingebaut.

Das Highlight ist natürlich ganz klar das aufstellbare Pilzdach mit echtem Stoff.

Der LEGO-Bus ist ein Muss für jeden Bullifan – entweder um den jugendlichen Nachwuchs langsam an das Bus-Hobby zu gewöhnen oder um einmal wieder Kind sein zu können. Weihnachten steht ja schon direkt vor der Tür und so werden sicherlich so einige LEGO-Pakete über den Gabentisch gereicht.

Ich habe die Bastelabende genossen und dem fertigen Modell einen verdienten Platz in der Vitrine verschafft.

von Patrick Kühl