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Lichte Momente gegen trübe Tage

Noch vor Beginn der „dunklen Jahreszeit“ sollen auch in diesem Herbst rund zehn Millionen Aufkleber an der Frontscheibe zeigen, dass die Beleuchtung dieser Autos von Fachleuten geprüft wurde und in Ordnung ist. Mit kostenlosen Lichttests engagieren sich die Überwachungsorganisationen (TÜV, GTÜ, KÜS und DEKRA), das Kfz-Gewerbe mit seinen 38 400 Betrieben, die Deutsche Verkehrswacht und die Automobilclubs für mehr Verkehrssicherheit.

Werkstätten-Werbung für die Licht-Wochen ©ZDK

Das ist nach wie vor aktuell, denn „die Beleuchtungsanlage des Kraftfahrzeuges ist von enormer Bedeutung für die Sicherheit auf unseren Straßen“ sagt Christoph Diwo, der Technische Leiter der KÜS. Es sei ebenso wichtig, dass man selbst gut sieht, also die Scheinwerferanlage in Ordnung ist, als auch dass man gesehen wird. Alle Leuchten am Fahrzeug, also Rück- und Bremsleuchten, Blinkanlage und auch zusätzliche Leuchten, müssen in einwandfreiem Zustand sein. Dass dies nicht immer so ist, zeigt die Mängelbilanz der KÜS aus dem vergangenen Jahr.

Besonders die Nachrüstungen mit Leuchtmitteln, wie z. B. Tagfahrleuchten, stehen dieses Jahr im Focus. Ein Nichtbeachten der Vorschriften, etwa bei der Nachrüstung, kann sehr schnell bei der Hauptuntersuchung mit der Bewertung „Erheblicher Mangel“ enden. Eine Plakette wird dann nicht erteilt. Nach einem Verkehrsunfall könnte eine nicht genehmigte Nachrüstung mit Tagfahrlicht möglicherweise Auswirkungen auf die rechtliche Beurteilung der Situation haben.

Die erste Plakette aus 1956

Den Lichttest gibt es seit 60 Jahren. Im Jahr 1956 begann die Verkehrssicherheitsaktion als Beleuchtungswoche unter dem Motto „Ein geblendeter Fahrer ist blind“ in einigen wenigen Städten an ausgewählten Plätzen. Daraus ist inzwischen mit jährlich vielen Millionen Überprüfungen der Fahrzeugbeleuchtung eine feste Größe geworden.

Die Fachleute beheben kleine Mängel sofort und kostenlos. Nötige Ersatzteile und umfangreichere Einstellarbeiten müssen bezahlt werden. Anschließend dokumentiert die Plakette an der Frontscheibe der Polizei geprüftes Licht. Bereits über 6,7 Millionen der Klebeplaketten sind geordert. Nach der dunklen Jahreszeit lassen sie sich leicht wieder von der Scheibe entfernen.

Die Sondermarke der Deutschen Post ©DP

Aus Anlass des Jubiläums offeriert die Deutsche Post eine Briefmarke „60 Jahre Sicherheit“, die unter www.lichttestmarke2016.de abgerufen werden kann. Man kann die Marke individuell farblich und im Portowert auswählen und im Shop bestellen.

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) regelt, was im Rahmen des Licht-Tests zu überprüfen ist. Acht Beleuchtungspunkte am Personenkraftwagen (Pkw) werden in Bezug auf Grundfunktion und Einstellung in den Prüfstellen kontrolliert: Fern- und Abblendlicht, Nebel-, Such- und andere erlaubte Zusatzscheinwerfer, Begrenzungs- und Parkleuchten, Bremslichter, Schlusslichter, Warnblinkanlage, Fahrtrichtungsanzeiger und Nebelschlussleuchte. Seit dem Jahr 2006 wird der Licht-Test auch für Nutzfahrzeuge (Nfz) angeboten. Dann werden auch die seitlichen Begrenzungsleuchten kontrolliert.

von Ernst Bauer