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Bullivermietung: Grand mit Vieren in der Heide

Vor fünf Jahren erfüllte sich Arne Soetebier einen Traum und restaurierte einen T1-Fenster-Bus, Baujahr 1964. Heute haben seine Frau Antje und er vier Event-Bullis in ihrem Start-up und offerieren originelle Touren durch eine einzigartige Landschaft mitten in der Lüneburger Heide. Darüber hat jüngst der NDR in der Reihe Nord-Tour berichtet.

Der 11-Fenster-Bus ist der Hochzeitsbus.

 

Begonnen hat das Hobby der Soetebiers, als sich die beiden in einen T1 in braun-weißer Farbstellung verliebt hatten. Der T1, ein sogenannte 11-Fenster-Bus, dessen oben geteilte Front aus zwei Flügelfenstern besteht, war 1964 in Hannover vom Band gerollt und nach Kalifornien verkauft worden. 2013 kam er zurück nach Deutschland. Die braun-weiße Lackierung hatte die beiden ebenso in den Bann gezogen wie der unverwechselbare Sound des Vierzylinder-Boxermotors. 2016 wechselte er den Besitzer und die Soetebiers gönnten ihm „eine Wohlfühlbehandlung“. Liebevoll restauriert, wunderschön ausgestattet – so wird „Oskar,der Hochzeitsbulli“ auf der Webseite www.heidebulli.de beschrieben. Dort kann man auch viele Bilder und ein informatives Video sehen.

Seit 2017 wird er mit passendem Blumenschmuck zur nostalgischen Kutsche für die Fahrt zum Standesamt , Kirche oder Festlokal. Auch auf Hochzeitsmessen ist er zu sehen, quasi in Sachen Eigenwerbung.

Kann gemietet werden: Fotobox im rot-schwarzen Bulli

Schnäppchen für Schnappschüsse

Für Antje Soetebier war klar: Auch sie wollte einen eigenen Bulli haben. Die Idee der gelernten Gastronomin: Ein Fotobulli sollte es werden, also eine mobile Kulisse mit nostalgischem Ambiente, in dem sich ihre Gäste bequem im Heck des aufgepolsterten Bullis sitzend fotografieren lassen mit Blick auf die eigentliche Fotobox. Sie sitzt vor der halbhohen Trennwand zur Fahrerkabine auf Augenhöhe in einer alten Holzkiste, ist zugleich Steuereinheit für die Beleuchtung und Regiepult für die Fotografin.

Die querformatigen Bilder oder Fotostreifen können vor Ort ausgedruckt werden. Wer möchte, kann sein eigenes Logo einkopieren lassen. Die Gastgeber, also die Mieter des Fotobullies, erhalten die Fotos nach deren Veranstaltung auf einem hochwertigen Datenträger, anschließend werden die Bilder noch vor Ort aus der Fotobox gelöscht – Datenschutz in einem alten Bus, der den Namen Frieda hat. Der T2 wurde 1974 in Hannover gebaut und war 20 Jahre bei der Österreichischen Polizei im Einsatz. 2010 wurde sie nach Neumünster in Schleswig-Holstein verkauft und 2019 von Antje Soetebier erworben. Wann und von wem er seine rot-schwarze Lackierung erhalten hat, ist noch nicht genau ermittelt.

Mit Karl und Hilde durch die Heide

 ©heidebulli

Exklusiv: Ganz solo im Duo

Neben diesen beiden Event-Bullis gibt es noch zwei weitere Familienmitglieder  und auch diese tragen einen Namen. Ein blau-weißer T 2, Baujahr 1973, wird Karl genannt, ein lindgrün-weißer T2 heißt Hilde und hat das stolze Baujahr 1969. Mit ihnen kann man exklusiv ab 55,00 EUR/Person durch die Heide chauffiert werden. Es gibt Vorschläge für Touren zu sehenswerten Orten. Beispiele gibt es detailliert auf der Webseite.

Aus dem ursprünglichen und gemeinsamen Hobby der Soetebiers ist inzwischen eine richtige Firma geworden, genauer gesagt ein offizieller Omnibusbetrieb für Transporte von bis zu sechs Personen. Antje leitet das Unternehmen, Arne ist nach wie vor bei einem großen Luftfahrtunternehmen in Hamburg tätig, darf sich aber auch nach vielen Stunden abendlicher Fleißarbeit seit vergangenem September IHK-geprüfter Verkehrsleiter nennen. Natürlich haben sie und ihre Freunde Francis, Henning, Sylvia, Alex und Theres, die als Chauffeure und Fremdenführer auf 450-Euro-Basis im Einsatz sind, den Personenbeförderungsschein. Das Know-how über die oft unbekannten reizvollen Kleinodien und auch der Menschen in der Heide liegt in ihren Genen und die Liebe zu alten Bullis ebenso.

von Ernst Bauer