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Mit dem "Orangetrotter" auf Weltreise

Jürgen Dommer und Helga Negele aus Memmingen haben sich im August 2009 mit ihrem orangefarbenen T3 auf große Fahrt durch Asien nach Australien begeben. Hier lesen Sie von einigen der aufregenden Reise-Erlebnisse.

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

Seit August 2009 sind Jürgen Dommer und Helga Negele aus Memmingen mit ihrem T3-Bulli "Orangetrotter" unterwegs. 35.000 Kilometer haben sie zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels zurückgelegt. Ihre Reiseroute führte sie zunächst über Ungarn, Kroatien, Serbien und Mazedonien nach Griechenland. Von dort aus ging es weiter durch die Türkei in den Iran, nach Pakistan, Indien und Nepal.

Zu den nächsten Zielen der beiden Weltenbummler gehörten Tibet, China, Laos, Kambodscha, Thailand und Malaysia. Zurzeit befindet sich das Paar in Singapur, wo es sich auf seine nächstes Reiseziel - Australien - vorbereitet. Helga Negele hat ihre Eindrücke geschildert:

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

"Ganz schön ausgepowert von den Ereignissen der letzten Woche, liege ich auf meinem harten Hotelbett, dass sich viel mehr wie ein Brett anfühlt. Es ist ein seltsames Gefühl, zurzeit ohne unseren 'Orangetrotter' zu sein. Die letzten Tage haben wir ihn auf Hochglanz poliert, den Unterboden komplett gereinigt, jede Ritze mit der Zahnbürste ausgepopelt. Das war eine Heidenarbeit.

Laut den australischen Zollbestimmungen darf kein Klümpchen Erde, und kein Staubfussel mehr an und im Bulli sein. Es soll vermieden werden, dass Samenkörner, Insekten oder anderes ins Land eingeschleppt werden und das ohnehin schon gebeutelte australische Ökosystem belastet.

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

Gestern haben wir unseren treuen Gefährten dann im Hafen von Singapur abgeliefert. Zum Schluss durften wir ihn nicht mal mehr selbst fahren. In Singapur ist das für Camper nicht erlaubt. Man muss sich beim AAS,(Automobil Accociation Singapur) melden. Dort wird dann alles Formelle erledigt und ein Fahrer beauftragt, um das Fahrzeug durch diese verrückte Stadt zu schleppen. Dafür dürfen wir dann auch noch 150 Euro bezahlen.

Der Abschied fiel uns unerwartet schwer. Er macht uns bewusst, wie sehr dieser VW Bus ein Teil unseres Teams und wie wichtig er für uns und unsere Art zu reisen ist. Immer wieder haben wir festgestellt, dass ein Backpacker-Leben nichts für uns wäre. All das Gepäck mitzuschleppen, ständig auf der Suche zu sein, wie man von einem Ort zum nächsten kommt und wo man die Nacht verbringt...

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

Unser Bulli ermöglicht uns hingegen die Freiheit und Unabhängigkeit so zu reisen, wie wir es lieben. Dieser Abschied auf Zeit zeigt uns, wie dankbar wir unserem 'Orangetrotter' sind. Und dass schon nach einem Tag ohne ihn!

All die wunderbaren Erfahrungen und Begegnungen hätte es ohne den Bus nicht gegeben. Vielleicht anders, aber eben nicht so. Der Bulli ist es, der diese Reise so besonders macht. Sei es nun in der türkischen VW-Werkstatt in Ankara, in der es so familiär zuging, oder in Iran, wo wir die meiste Zeit irgendwo eingeladen waren.

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

In Pakistan, komplett von der Polizei eskortiert, in Nepal und Tibet mehrmals über bis zu 5.200 Meter hohe Pässe auf Schnee, Eis und Geröll. In Laos und Thailand, wo uns der Abschied immer wieder schwer fiel. Oder auf den Spuren von Kambodschas Vergangenheit.

Der 'Orangetrotter' ist unser Heim, unser Freund, unser Bade-Wohn-Ruhe-Küchen-Refugium mit Terrasse. Und er läuft und läuft und läuft hoffentlich noch lange!"

Über ihre Reiseerlebnisse berichten Jürgen Dommer und Helga Negele regelmäßig auf ihrer Internetseite www.orangetrotter.de

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

Das Fahrzeug

Modell: T3

Spitzname: Orangetrotter

Baujahr: 1980

gef. Kilometer: ca 250.000

weiteste Fahrt: bisher 35.000 km

erster Motor: nein

Anzahl Motoren: zwei

Motorart: Diesel

Motorleistung: 68 PS

Hubraum: 1.600 ccm

Sitze: vier

Betten: zwei

selbst ausgebaut: ja

 ©Helga Negele und Jürgen Dommer

Die Fahrer

Jürgen Dommer und Helga Negele

Geburtsjahr: 1967

Wohnort: Memmingen

Bulli-Fahrer seit: 2000

warum Bulli? der beste Freund

überzeugt weil: absolut solide und gemütlich

Anzahl Bullis: nur diesen

wichtigste Reise: unsere derzeitige Weltreise

zukünftige Wünsche: ein leistungsstärkerer Motor

zusätzlicher Bulli geplant? wer weiß?

Helga Negele

Helga Negele