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Neues Buch: Bullibauer erinnern sich

Die Geschichte des Bulli ist legendär. Legendär sind aber auch die Geschichten derjenigen, die ihn zum beliebtesten Fahrzeug seiner Klasse gemacht haben: die der Mitarbeiter. In dem neuen Buch „Bullibauer erinnern sich“ erzählen Zeitzeugen über die Anfänge der Produktion der T-Baureihe, den technischen Fortschritt und ihre persönlichen Erlebnisse.

Dieter Schmidt, ehemaliger Bullibauer, neben einem blau-weißen Sambabus (BJ 1964) ©Volkswagen Nutzfahrzeuge

Aufgezeichnet hat die Gespräche Cornelia Neves aus der Kommunikation von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Am Mittwoch wurde das Buch in der Oldtimerwerkstatt von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover-Limmer gemeinsam mit rund 60 Zeitzeugen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Laudatio hielt Harald Härke, Kultur- und Personaldezernent der Landeshauptstadt Hannover.

Anlass ist das 60-jährige Jubiläum des Werks Hannover: 1956 startete die Produktion des Bulli im neu erbauten Transporterwerk in Hannover. Auf einem 1,1 Millionen Quadratmeter großen Gelände im Stadtteil Stöcken wurde innerhalb nur eines Jahres ein komplettes Werk– die damals größte Fertigungshalle Europas – aus dem Boden gestampft. Es war zugleich der Beginn einer einzigartigen Ära im Fahrzeugbau: Denn hier wird seither die Automobil-Legende Bulli (T-Baureihe) gebaut. Von Mitarbeitern, deren Geschichten jetzt Geschichte schreiben: Auf 156 Seiten erzählen sie vom Aufbau der Fabrik, dem Wirtschaftsaufschwung, erstem Gehalt, eigenem Auto und lebenslangen Freundschaften. Vom Stolz und Herzblut, aber auch von den zum Teil besonderen Konstellationen, unter denen sie „ihren“ Bulli gebaut haben.

Das neue Buch. ©Volkswagen Nutzfahrzeuge

Cornelia Neves, Mitarbeiterin Kommunikation Volkswagen Nutzfahrzeuge, hat viele dieser einzigartigen Geschichten aufgeschrieben, spannend und zugleich unterhaltsam wiedergegeben. Über ein Jahr hat sie intensiv recherchiert, geforscht, Fotos gesichtet, mit über 200 Zeitzeugen gesprochen, die einzelnen Erlebnisse gewichtet und in einen großen Kontext gebracht - so ein Dokument der industriellen Zeitgeschichte im Nachkriegsdeutschland geschaffen.

Der älteste dieser Zeitzeugen in dem Buch: Heinz-Ludwig Schlund (94). Er arbeitete von 1955 bis 1983 bei Volkswagen, in Hannover erst als Werkzeugkonstrukteur, zuletzt in der Produktionsplanung für Elektro-technik: „Der Bulli war für mich immer mehr als ein Fahrzeug, das ich mitbauen durfte. Er hat mein Leben geprägt.“ Der Bulli ist offenbar ein Generationenprojekt: Auch sein Enkel arbeitet heute bei Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Laudator Harald Härke, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Hannover, bei der Buchvorstellung: „Ein Kultprodukt aus Hannover hat Geschichte geschrieben. Ein Garant für diesen Erfolg sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit Jahrzehnten die Unternehmenskultur prägen und sich mit ihrem Bulli identifizieren. Das Buch gewährt uns mit zahlreichen Original-Tönen der Mitarbeiter einen spannenden Blick hinter die Kulissen dieser Erfolgsgeschichte.“

Dieter Schmidt als junger Werkzeugmacher im Presswerk Hannover-Stöcken. ©Volkswagen Nutzfahrzeuge

Im Werk Hannover liefen seit Produktionsbeginn in Hannover seit 1956 bisher fast 9,5 Millionen Fahrzeuge vom Band, zudem wurden rund 680.000 Fahrzeugsätze gefertigt.

Udo Hitzmann, Werkleiter Hannover, Volkswagen Nutzfahrzeuge: „Jede Geschichte in diesem Buch steht nicht nur beispielhaft für den Aufbau des Unternehmens und des Standorts Hannover, sondern auch für eine Epoche des Aufbaus des Landes. Mit ihrem Einsatz und der großen Begeisterung für den Bulli schafften die Mitarbeiter die Basis für eine seit über 60 Jahren anhaltende Erfolgsgeschichte im Automobilbau. Das spiegelt dieses neue Buch mit seinen sehr persönlichen Geschichten ehemaliger Mitarbeiter auf anschauliche Weise wider.“

Bertina Murkovic, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Volkswagen Nutzfahrzeuge: „Das Buch ist ein tolles Projekt und Zeitdokument. Es stellt den Faktor in den Mittelpunkt, der diesen Standort zum Erfolg führte: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Cornelia Neves hat mit diesem Buch die Menschen mit ihrer individuellen Geschichte zu Wort kommen lassen. Diese Geschichten vermitteln die Verbundenheit mit ‚ihrem‘ Bulli-Werk. Großartig!“

Heinz-Ludwig Schlund in Anzug, Krawatte und weißem Hemd an seinem Schreibtisch Anfang der 80er Jahre in der Konstruktionsplanung, Werk Hannover. Er ist mit 94 Jahren ältester Zeitzeuge in dem Buch "Bullibauer erinnern sich". ©Volkswagen Nutzfahrzeuge

Susann Heller, Projektleiterin MADSACK Medienagentur: „Es war längst fällig, dass die Bullibauer eine Plattform erhalten, auf der sie ihre bewegenden Geschichten aus den vergangenen 60 Jahren Transporterbau erzählen können. Mit dem Buch ‚Bullibauer erinnern sich‘ wurde diese nun geschaffen. So erhalten auch nachfolgende Generationen einen Einblick in den Arbeitsalltag im Werk, die damalige Arbeitsweise sowie technische Entwicklung des beliebten VW-Bulli.“

Das Buch „Bullibauer erinnern sich“  (156 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-946544-02-9, Herausgeber: MADSACK Medienagentur) ist online unter shop.haz.de sowie shop.neuepresse.de  bestellbar (zzgl. 2,90 Euro Versandkosten) und ist ebenso im teilnehmenden Buchhandel erhältlich.

Im historischen Museum Hannover läuft zudem seit 9. März die große Sonderausstellung „Die Bullibauer“. Noch bis zum 26. Juni wird hier unter anderem durch Zeitzeugen-Videos die Geschichte des Bulliwerks anschaulich dargestellt.

VW-Bulli.de wird das Buch natürlich sehr bald lesen und rezensieren.

von Gerhard Mauerer