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Neues vom Mann mit dem T1 aus Bolivien

Ende 2012 kauft sich Michael Knappstein aus Soest in Bolivien einen T1. Mittlerweile hat er den Bulli nach Deutschland geholt. Dies stellte sich als sehr kompliziert heraus, aber es hat letztendlich geklappt. Nun überlegt Michael, was aus dem seltenen T1 Krankenwagen von 1963 werden soll.

 ©Michael Knappstein

Liebe Bulli-Freunde!

Endlich ist es soweit! Mit „etwas“ Verspätung ist der T1 endlich Ende Februar 2014 aus Bolivien eingetroffen. Die Formalitäten in Bolivien stellten sich als komplizierter und langwieriger heraus als zunächst angenommen. Zum ersten Bericht auf VW-Bulli.de kommen Sie hier.

Zum Beispiel wurden von der Zollbehörde die Importdokumente von 1963 verlangt. Diese sollten bei derselben Behörde eigentlich in den Archiven sein, wurden aber wohl aufgrund des Alters schon vernichtet. Nach einigem Zittern und Bangen sowie Hin und Her wurde dann von der Abteilung, die das Dokument von 1963 archiviert haben sollte, ein Dokument über die Vernichtung des alten Dokumentes ausgestellt, welches bei derselben Behörde (andere Abteilung) vorgelegt werden konnte, um die Exportpapiere zu bekommen. Und ich dachte in Deutschland ginge es schon bürokratisch zu. Nun ja, was muss, das muss.

Da die ganzen Formalitäten so lange dauerten, war zwischenzeitlich auch noch der ursprüngliche Transporteur abgesprungen. Das war zunächst ärgerlich, da es eine weitere Verzögerung mit sich brachte, aber letztendlich auch einen um mehr als die Hälfte günstigeren Preis. Die Preisangebote lagen übrigens zwischen 1500 und 7000 US$. Da lohnt es sich mehrere Angebote einzuholen. Ich hätte das alles ohne die Hilfe des Vaters sowie des Schwiegervaters von meinem Freund aus Bolivien wohl nicht geschafft. Ich kann den beiden gar nicht genug für ihre Unterstützung danken.

Im Nachhinein hätte der Zeitpunkt für die Ankunft des T1 nicht besser sein können. Ich hatte das letzte halbe Jahr damit verbracht, eine Wohnung und Lagerhalle zu renovieren. Da hätte ich zum einen keine Zeit gehabt, mich um den T1 zu kümmern, und zum anderen konnte er so gleich in der neuen geräumigen Halle Unterschlupf finden.

 ©Michael Knappstein

Inzwischen sind die Dokumente von der Volkswagenstiftung eingetroffen.

Das Fahrzeug wurde am 21.08.1963 in Deutschland gebaut und am 28.08.1963 direkt nach Bolivien ausgeführt. Zur Sonderausstattung gehörten neben dem Blaulicht und Martinshorn ein Getriebe mit Gebirgsübersetzung, verstärkte Stoßdämpfer, Safarifenster vorn, 6 ausstellbare Seitenfenster und ein 1500ccm Motor. Zu meiner Freude wurde mir bestätigt, dass es sich bei dem eingebauten Motor um den Originalmotor handelt. Ganz gemäß dem VW Motto „Er läuft und läuft und läuft und……“.

Bis zum Sommer soll er nun technisch durchgeschaut und fit gemacht werden, um ein paar kleinere Touren zu unternehmen. Optisch ist er nicht auf der Höhe, aber ernsthafte Rostprobleme gibt es aufgrund des milden Klimas in der Region in Bolivien trotz der langen Nutzungszeit nicht.

Langfristig stellt sich nun die Frage, wie es mit dem T1 weitergehen soll.

 ©Michael Knappstein

1. Variante: den originalen Look als Krankenwagen wieder herrichten

2. Variante: einen „schicken“ Fensterbus mit Zwei-Farben-Lackierung daraus machen

3. Variante: technisch auf die Höhe bringen und den aktuellen optischen Zustand konservieren

Die Wiederherstellung eines wohl recht seltenen T1 Krankenwagens ist sicher wünschenswert. Ich vermute es gibt nicht mal eine Hand voll erhaltener T1 Krankenwagen. Das stellt mich allerdings vor die Schwierigkeit, entsprechende Teile wie etwa die hintere Innenausstattung  aufzutreiben.

Ein schicker Bus zieht die Blicke auf sich, und man kann mit Freunden und Familie auf Tour gehen. Falls es, vermutlich eher nach meinem Ableben, zu einem Verkauf kommen sollte, ist es wohl die Variante, die die beste Wertsteigerung mit sich bringt.

Die Erhaltung von Fahrzeugen im „Fundzustand“ findet auch immer mehr Freunde. Dazu muss die Substanz stimmen (passt) und das vorhandene Interessant genug sein (?). Bei einem alten Kasten mit originaler Firmenwerbung kann ich mir das gut vorstellen. Anderseits ist eine spätere komplette Restaurierung immer noch möglich.

Was meint die Bulli-Fangemeinde dazu? Ich bin auf Anregungen gespannt. Ihr erreicht mich unter Michael.Knappstein@freenet.de  Vielen Dank!

Michael Knappstein