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Norwegen-Tour Teil 2

VW-Bulli.de-Leser bifuel war mit seinem T4 Dehler 5.4 in Norwegen unterwegs und hat einen ausführlichen Reisebericht mit vielen Fotos und Tipps verfasst. Hier lest Ihr über Teil 2 der Reise.

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Mittwoch, 13.07.11, Flam - Lärdalstunnel - Kaupanger - Byrkjelo - Hellesylt - Geiranger, ca. 262 km, Gesamtfahrzeit einschl. Fähren: 9.30 Std.

Wenn mich jemand fragt, welche die schönste Etappe unserer Rundtour gewesen wäre, dann würde ich antworten: diese! Natürlich lag das auch daran, dass wir einen perfekten Sonnentag erwischten und uns während der Etappe, eben auch wegen des tollen Wetters entschieden, über das eigentliche Etappenziel Byrkjelo hinaus bis Hellesylt am Geirangerfjord zu fahren und von dort die letzte Fähre nach Geiranger zu nehmen. Diese Entscheidungen sollten sich, wie sich später herausstellte, als goldrichtig erweisen.

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Diese Etappe war so schön, dass ich sie bei unserem nächsten Norwegen-Besuch sicherlich noch einmal fahren werde, dann allerdings in zwei Etappen. Und weil sie so schön war, werde ich sie ein wenig ausführlicher beschreiben:

In Flam geht es wieder auf die E16 und gleich hinter der Auffahrt beginnt der erste kurze Tunnel. Ca. 9 km geht es direkt am Aurlandsfjord entlang in den 24,5 km langen Lärdalstunnel. Vier Mal sind im Tunnel Lichtilluminationen installiert! Leider ist das Anhalten, außer bei einer Panne, nicht gestattet.

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Gleich hinter dem Lärdalstunnel geht es im Lärdalen nach links auf die RV5 in Richtung Fähre Fodness - Mannheller am Ardalsfjorden.

Wenige Meter nach dem Fähranleger in Mannheller folgt der Mannhellertunnel mit einer ewig langen Steigung in Richtung Sogndalsfjorden. Der Tunnel ist ca. 3 km lang und wenn man am Ende wieder heraus fährt, trifft einen vor lauter Naturschönheit fast der Schlag! Auf der linken Seite folgt ein Parkplatz und ich kann Euch nur raten, diesen anzufahren! Der Blick auf den Sogndalsfjorden ist atemberaubend!!

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Wenige Kilometer hinter dem Parkplatz geht es bergab am Ort Kaupanger vorbei. Hier lohnt sich von der RV5 der Abstecher zum Fjord hinunter zur Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert.

Vom Parkplatz an der Stabkirche geht es wieder "nach oben" zur Hauptstraße zurück in Richtung Sognedalsfjöra. Hier blieben wir auf der RV5 und fuhren durch das Sognalsdal weiter nach Fjärland an die Nordspitze des gleichnamigen Fjords.

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Rund sieben Kilometer hinter Fjärland stießen wir kurz vor dem Fjärlandstunnel auf den Bøyabreen-Gletscher. Der Bøyabreen befindet sich an der Südseite des Jostedalsbreen, dem größten europäischen Festland- und Plateaugletscher. Er ist er einer der bekannteren Seitenarme des Jostedalsbreen.

Vom oberen Teil des Gletschers lösen sich regelmäßig Eislawinen, wodurch der untere Teil, welcher 150 Meter über dem Meer liegt, mit Eis versorgt wird. Besonders an warmen Tagen bestehen gute Chancen, das Herabstürzen von Eistücken oder ganzen Lawinen zu beobachten. Aber Vorsicht! Herabstürzende Eismassen können darunter stehende Menschen problemlos erschlagen... Der Aufenthalt unter der Zunge oder auch in unmittelbarer Nähe sollte daher gut überlegt sein!

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Der Bøyabreen ist einer der steilsten Gletscher des Jostedalsbreen und zugleich auch noch der Gletscher mit der höchsten Eisgeschwindigkeit in ganz Norwegen. Bis zu zwei Meter bewegt sich das Eis hier pro Tag!

Durch den Fjärdalstunnel fuhren wir die RV5 weiter den Kjösnesfjorden entlang bis Skej. Hier bogen wir auf die RV60 ab in das Vätedalen. Vorsicht vor freilaufenden Ziegen in diesem Tal :-)

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An unserem eigentlichen Etappenziel Byrkjelo bogen wir nach links auf die E39 ab, die uns über Sandane bis zur Fähre Anda - Lote führte.

Wenige Meter hinter dem Fähranleger folgte wieder ein Tunnel mit extremer Steigung in Richtung dem Ort Nordfjordeid. In diesem Ort boge wir nach rechts ab auf die Straße RV15 und nach kurzer Zeit kamen wir auf die Uferstraße am Hornindalsvatnet, welche wir bis Kjös folgten.

In Kjös bogen wir auf die RV60 in Richtung Grodas ab und folgten der Ostuferseite des Sees. Wir folgten der RV60 weiter in respektive durch das zauberhafte Langedalen.

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Hier waren die Bauern gerade bei der Heuernte bzw. mit der Heutrocknung beschäftigt.

Teilweise geschah die Trockung sogar noch in reiner Handarbeit...

Am Ende des Langdalen biegt man von der RV60 ab und fährt "runter" an den Fjord nach Hellesylt. Von hier fährt beziehungsweise startet die Fähre nach Geiranger durch den gleichnamigen weltberühmten Fjord. Wir nahmen die letzte Fähre um 18.30 Uhr, was sich als Glücksfall herausstellen sollte.

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Anmerkungen zur Fähre:

Diese kann man natürlich auch ab Geiranger, quasi als Ausflugsschiff für Hin und Zurück, nehmen. Allerdings sollte man wissen, dass das Schiff bei jeder Fahrt am Tage hoffnungslos überfüllt ist. Sowohl mit Fahrzeugen als auch Personen. Wartezeiten von mehreren Stunden mit dem Fahrzeug sollen die Regel sein!!

Hinzu kommt, dass man sich auf dem großen oberen Freideck wie bei einem Konzertbesuch bei den Rolling Stones fühlen muss...

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Nachdem unsere Fähre angelegt hatte, haben wir die Fahrzeug- und Menschenmassen live und in Farbe miterlebt... Bei unserer Fahrt konnte man die Anzahl der Fahrzeuge und Personen an einer Hand abzählen ;) Neben dem tollen Wetter war das unser Glück.

Die Fähre versteht sich als ca. 55-minütige Minikreuzfahrt. Sie fährt nicht einfach schnurgerade durch den Fjord sondern steuert die am Ufer gelegenen Attraktion an. Zudem laufen über die Bordlautsprecher in mehreren Sprachen (auch deutsch) entsprechende Erklärungen.

Um 19.30 Uhr fahren wir nach einem fantastischen Tag auf dem Campingplatz Geiranger ein und hatten mit einem Stellplatz in "1b-Lage" noch einmal Glück :-)

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Donnerstag, 14.07.11, Geiranger, Ruhetag

Wir wollten schon zu unserer Sightseeingtour durch Geiranger aufbrechen, als die direkt vor uns stehende und zwei Stellplätze vereinnahmende holländische Familie Anstalten macht, den Platz zu verlassen.

Und schwupps, konnten wir uns in die erste Reihe stellen. Wir konnten Camper beobachten, die schon frühmorgens hinterm Steuer ihres WoMos saßen, den Zündschlüssel in der Hand, um ja einen der frei werdenden Plätze in der ersten Reihe zu ergattern.

Noch ein paar Anmerkungen zum Campingplatz:

Dieser ist gepflegt und die Sanitäranlagen sauber. Die Betreiber sind freundlich und man wird direkt auf seinen Stellplatz geleitet. Duschen kostet 10 NOK für 5 Min. und Brötchenbestellungen sind möglich.

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In unmittelbarer Nähe gibt es auch einen Supermarkt. Wenn möglich, würde ich beim nächsten Mal versuchen einen Stellplatz im Bereich hinter der Rezeption zu bekommen. Dort scheint die Sonne eine gute Stunde länger als auf der anderen Bachseite, wo wir standen.

Am Nachmittag ging es dann zur Rundtour durch Geiranger sowie zur Kirche hoch. Es ist halt ein typischer Touristenort, wen wundert es bei der Natur! Wir waren froh, dass bei unserer Anwesenheit keine Kreuzfahrer vor Anker lagen (3 passen in den Fjord). So liefen weniger Touristen rum und vor allen Dingen fuhren weniger Touri-Busse!! Am Nachmittag erschien noch kurz das Hurtigroutenschiff "Trollfjord", um Passagiere auszuschiffen.

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Freitag, 15.07.11, Geiranger - Dalsnibba - Oddatal - Per Gynt-Weg - Lillehammer, ca. 302 km, Gesamtfahrzeit: 8 Std.

Um 10.40 Uhr verließen wir schweren Herzens Geiranger in Richtung Süden. Nach etwa 200 Metern geht's dann gleich mit der ersten richtigen Steigung los und die wollte ich nicht mit kaltem Motor nehmen.

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Daher ließ ich ausnahmsweise den Motor ein wenig eher an und rollte die ungefähr 200 Meter ganz langsam in Richtung RV63 in Richtung Dalsnibba. Nach den ersten Kehren dann ein Parkplatz mit traumhafter Sicht auf den Geirangerfjord! Leider konnte sich die Sonne zu der Uhrzeit noch nicht durchsetzen...

Eine ganze Weile fuhren wir durch die Wolken und plötzlich war die Sonne da. Im Tal zu sehen: die Wolkendecke.

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Oben angekommen sparten wir uns aufgrund der Wolkenbildung und damit verbundenen schlechten Sicht die Auffahrt der mautpflichtigen Straßen auf den Gipfel.

Kurz nach dem See geht es wieder "runter" bis zum Abzweig auf die RV15 und hier befinden wir uns schon im Ottadal, und von diesem Abzweig geht es, bis auf zwei bis drei kleine Ausnahmen, 130 Kilometer nur noch bergab.

Ab und zu mal das Bremspedal "streicheln" und gut is. Traumhaftes Fahren in traumhafter Natur!

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In Otta ging es auf die E6 in Richtung Vinstra, dort wurde der Gastank gefüllt. Aufgrund des tollen Wetters und dem Umstand, dass es noch der frühe Nachmittag war, entschieden wir uns auf dem Per Gynt-Weg weiter zu fahren. Dies sollte sich aus zeitlicher Sicht im Nachhinein als Fehler herausstellen, weil wir dadurch erst um 18.45 Uhr in Lillehammer eintrafen...

Die Straße ist unbefestigt und zum Glück war es trocken, sonst hätte ich mit dem schweren Dehler Probleme bekommen. Zwei Steigungen waren wegen des Untergrunds grenzwertig...

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Überall standen die typischen Hytta (die Hütten) der Norweger, was im übrigen für fast alle Landesteile gilt!! Alleine ist man zumindest in Südnorwegen nirgends... Dennoch auch hier eine traumhafte Landschaft!

Irgendwo bei der Ortschaft Espedalen kamen wir auf die RV255 und dieser folgten wir bis nach Lillehammer. Dort steuerte ich den erstbesten Campingplatz an und das war der "Lillehammer Turistsenter AS". Ab jetzt ging es mit den Campingplätzen bergab... Der Platz hat keine eigene Homepage. Zum einmaligen Übernachten gehts, mehr nicht! Fotos erspare ich mir und Euch an dieser Stelle.

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Samstag, 16.07.11, Lillehammer - Oslo - Kongsberg - Heddal (Stabkirche) - Lunde/Telemarkkanal, ca. 446 km, Gesamtfahrzeit: ca. 9,5 Std.

Mit ca. 446 km unsere längste Etappe in Norwegen. Nach einer unruhigen Nacht (den vielen Spuren auf den Straßen nach zu urteilen, scheint bei jungen (oder vielleicht auch älteren) norwegischen Autoenthusiasten das Reifendurchdrehen (Wheely) ganz groß im Kurs zu stehen...) starteten wir um 10.00 Uhr in Richtung Oslo.

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Der Verkehr war dicht aber es ging den Großteil der (zweispurigen) Strecke entlang des größten norwegischen Binnensees namens Mjösa zügig voran. Ich weiß nicht mehr wo es genau war, aber ungefähr auf Höhe des Mjösa-Südzipfels wird die E6 dann vierspurig und man darf 100 km/h fahren (teilweise auf Versuchsstrecken auch 110 km/h).

Von Oslo haben wir bis auf den Stadtrand und den Color Line-Anleger fast nichts gesehen, die E6 führt in Tunneln quer durch die Stadt. Auf Höhe Drammen verließen wir die E6 und bogen auf die E134 in Richtung Kongsberg ab. Zum Einen gibt es in Kongsberg eine Gastankstelle und zum Anderen wollten wir eh zur Stabkirche nach Heddal.

Die Stabkirche in Heddal ist die größte der 28 norwegischen Stabkirchen, welche erhalten blieb. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Die Wandmalereien datieren aus dem 17. Jahrhundert und unter diesen Malereien wurden 1930 noch ältere Malereien entdeckt. Diese schildern eine Prozession biblischer Gestalten aus dem 13. Jahrhundert. Es gibt einen Stuhl im Chor, der so alt wie die Kirche selbst ist! Der Altar stammt aus 1667. Die Heddal Stabkirche wurde von 1952 - 1954 restauriert und während der Restaurierung fast vollständig demontiert! Ein Unternehmer übernahm seinerzeit die kompletten Kosten für die Restauration. Die Kirche wird heute noch von der Kirchengemeinde genutzt.

Der Eintritt kostet für zwei Personen 130 NOK, umgerechnet ca. € 17,00 und beinhaltet auch den Eintritt in das wenige hundert Meter entfernte Freilichtmuseum.

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In Lunde trafen wir gegen 19.30 Uhr auf dem Telemark-Kanalcamping ein. Dieser liegt direkt an der Kanalschleuse. Der Platz gleicht aktuell (Stand 07/2011) eher einer Baustelle. Er scheint in eine Art Park integriert zu werden, der den direkt benachbarten kleinen Yachthafen sowie die Schleuse mit beinhaltet. An der Schleuse gibt es sogar ein kleines Freiluft-Theater!

Durchzogen wird das Gelände von Fußwegen. Es wurde sogar ein Strand aufgeschüttet. Die Sanitäranlagen lassen zu wünschen übrig. Die beiden Duschen wurden abgeklemmt und stattdessen ein Duschwagen aufgestellt. Und das Duschen kostete erstmalig 20 NOK für 5 Min. Der Preis einschließlich Strom beträgt 210 NOK, ca. € 27,00. Brötchenbestellung ist möglich. Erwähnenswert: es gibt eine Kanu-/Kajakvermietung.

Wenn das Gelände mal irgendwann fertiggestellt ist, einschließlich neuer Sanitäranlagen, dann ist das sicherlich ein sehr empfehlenswerter Campingplatz!

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Sonntag, 17.07.11, Lunde/Telemarkkanal - Kragerö - Risör - Fevik - Grimstad, ca. 236 km, Gesamtfahrzeit: ca. 7 Std.

Der Tag begann mit Starkregen und dieser sollte uns auch den ganzen Tag begleiten... In diesem Zusammenhang kann ich nur jedem empfehlen, mit neuen beziehungsweise neuwertigen Reifen in Norwegen unterwegs zu sein.

Die Straßen, auch teilweise die Hauptverkehrsadern, führen bei Regen derart viel Wasser auf der Straße, dass man ohne große Vorwarnung ruckzuck aufschwimmen kann...

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Von Lunde hatte ich mir erst einen Campingplatz bei Kragerö ausgesucht. Nach einer etwa zwei Kilometer langen, einspurigen Anfahrt um Grundstücke und Schärenfelsen herum (möchte ich nicht mir einem Wohnwagen machen...) gelangten wir zu dem Platz Lovisenberg Camping. Dehler vor der Tür geparkt und den Platz im strömenden Regen erstmal angesehen. Stellplätze zwischen den Schärenfelsen. Zumindest die Plätze, welche wir gesehen hatten, alle durch den Regen massiv aufgeweicht! Zum Wasser hin sehr steil abfallend. Kurzum, hat uns nicht gefallen und wir fuhren wieder weg. Daher hier keine weitere Bewertung!

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Wir fuhren weiter und mittlerweile kam zum Starkregen auch noch Starkwind, teilweise sogar Sturm. Bei diesem Wetter fuhren wir nach Risör rein, direkt zum Hafen. Es war nicht viel los und trotzdem bekamen wir keinen Parkplatz. Einmal ums Hafenbecken rumgefahren und dann wieder weg.

Die nächste Station war ein Campingplatz bei Fevik. Da sind wir noch nicht einmal rauf... Gleich weiter in die Nähe von Grimstad, zum Marivold Resort. Sauberer Platz in den Schären, nicht billig (300 NOK einschl. Strom, ca. € 39,00), einfache aber saubere Sanitäranlagen. Zu den Schären wenige Meter, vom Skagerak sieht man nichts. Das Gelände ist Teil einer öffentlichen Anlage mit einem Restaurant. Daher zum Abend hin verhältnismäßig viel an- und abfahrende Kfz...

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Montag, 18.07.11, Grimstad - Hövag, ca. 50 km, Gesamtfahrzeit: ca. 1 Std.

Da es uns auch auf dem Campingplatz Marivoll Resort nicht gefiel, sind wir gleich am nächsten Tag weiter das kurze Stück nach Hövag zum Skottevik FerieSenter.

Ebenfalls ein Platz mitten in den Schären. Sehr teuer, 320 NK (ca. € 41,00), davon 45 OK für Strom... Man wird zum Stellplatz geleitet.

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Kleiner Supermarkt auf dem Gelände, Geprägt durch Festcamper. Deutschsprachige Tauchstation, Miet-Angelboote, Sanitäranlagen einfach und sauber. Der Skagerak ist nicht zu sehen.

Sehr nervig: Ständig fahren die jungen Aushilfshansels mit einem Quad über den Platz... Zu allem Überfluss habs noch eine laute Promotionveranstaltung eines norwegischen Radiosenders. Mehrmals Stromausfall...

Aufgrund des mehrmaligen Stromausfalls bekam es die Rezeption "Bodennebel" mit Uta zu tun und sie erhielt die 45 NOK für den Strom erstattet. Das sind immerhin fast € 6,00

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Dienstag, 19.07.11, Hövag - Kristiansand/Roligheden, ca. 24 km, Gesamtfahrzeit: ca. 40 Min.

sowie

Mittwoch, 20.07.11, Kristiansand/Roligheden - Kristiansand/Innenstadt - Color Line-Anleger, ca. 6 km

Da es uns auch auf dem Skottevik-CP nicht gefallen hatte, machten wir uns auf die letzte Etappe unserer Rundreise nach Kristiansand.

Auf den lauten Stellplatz an der Straße "Skansen" hatten wir keine Lust und probierten den in der Stadt und am Wasser liegenden Platz Roligheden Camping aus. Dadurch, dass wir früh auf dem Platz eintrafen, konnten wir uns in Ruhe einen Stellplatz suchen. Gegen Abend hatten die Spätankömmlinge da schon mehr Probleme, da dieser CP scheinbar gerne von den, wie wir, auf die Fähre wartenden Reisenden angefahren wird.

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Zwei Sanitäranlagen, die im unteren Platzbereich in der Nähe der Rezeption ist älter... . Im oberen Bereich ist der Sanitärbereich wesentlich neueren Datums! Duschen kostet 20 NOK. Wohnmobil die Nacht 140 NOK zzgl. 100 NOK für 2 Erw. und 50 NOK für Strom, macht zusammen 290 NOK, ca. € 37,00. Angeschlossen ist ein öffentlich zugängliches Freibad in den Schären. Zum Übernachten ist der Platz okay, mehr nicht.

Mein Fazit zu den von uns besuchten Campingplätzen zwischen Kragerö und Kristiansand: Zweifelsohne sind die Schären schön, ja teilweise beeindruckend! Aber auf einen Campingplatz in den Schären muss ich nicht noch einmal. Kein richtiger Strand und man sieht das Meer nicht.

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Hinzu kommen die teilweise recht abenteuerlichen Zuwegungen zu den Plätzen und natürlich die Preise... Für den Einen sind es "Traumplätze" und für den Anderen, wie mich bzw. uns, ist das nichts. Von daher werden wir diese Region künftig nicht mehr anfahren!

Bevor es am letzten Tag zum Color Line-CheckIn ging, sahen wir uns Kristiansand an. Sehr schön ist die "Waterfront" bei der Festung!

Die Fähre läuft ein, macht fest und langsam aber stetig verschwinden die Fahrzeuge im Bauch der Fähre. Eines nach dem anderen und dann rollen auch wir mit unserem Dehler über die Laderampe... Bye bye Norwegen, auf ein baldiges Wiedersehen!

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Fazit:

Wir kannten zwar aus 2005 bereits Oslo (Pauschalreise mit Color Line) aber dies war unsere erste Süd-Norwegen-Rundreise mit dem eigenen Wohnmobil. Sie war nicht gerade erholsam, dazu waren es zu viele Kilometer bzw. Etappen. Aber die traumhafte Landschaft entschädigt für die Strapazen!

Beim nächsten Mal konzentrieren wir uns auf die Fjordlandschaften und die Atlantikküste und es wird die Fähre von Hirtshals nach Stavanger oder Bergen und zurück sein. Zudem sind dann drei Wochen mit mehr Ruhetagen und nicht, wie dieses Mal, nur zwei Wochen.

Viel Spaß beim Nachfahren!

bifuel

Hier eine Statistik und Infos zu den Kosten:

 

Fahrzeug: T4 Dehler 5.4

Motor: AAF-Benziner mit 110 PS und bivalentem Antrieb (LPG) mit 95-Ltr.-Unterflurtank (netto 82 Ltr.)

Getriebe; 4-Gang-Wandlerautomatik

Gesamtgewicht, reisefertig einschl. Proviant: ca. 3 to. einschl. voller Tanks (Benzin, Gas u. Frischwasser)

 

Gesamtfahrleistung: 3.457 km (davon 74 km auf Benzin gefahren)

Superbenzin-Verbrauch: ca. 20 Ltr. (74 km Strecke gefahren und mehrmals Standheizung laufen lassen9

Gasverbrauch insgesamt: 607,95 Ltr.

Durchschnittl. Gasverbrauch: 17,6 Ltr./100 km

Gas getankt: 11 Mal einschl. Volltanken in Lüneburg vor dem Start und bei Rückkehr

Super getankt: kein Mal

Kosten Gastanken insgesamt: ca. € 540,00

 

Campingplatzgebühren insgesamt: ca. € 450,00 einschl. Strom

Stellplatzgebühren insgesamt: ca. € 6,36 (nur Jörpeland)

 

Mautgebühren insgesamt: 278 NOK, ca. € 36,00

 

Fährgebühren insgesamt: ca. € 155,82 (ohne ColorLine)

Fährüberfahrt Hirtshals - Kristiansand und zurück mit ColorLine: € 260,00 (gebucht war die reine Überfahrt ohne Buffet etc.)

 

Zzgl. (€ gerundet):

- Parkplatz Preikestolen 80 NOK, ca. € 11,00

- Flambahn 700 NOK für 2 Erw., ca. € 100,00

- Eintritt Stabkirche Heddal einschl. Freilichtmuseum für 2 Erw. 130 NOK, ca. € 17,00

 

Preisbeispiele (Stand 07/2011):

- 1 Karton mit 10 Eiern: € 11,00

- 1 Ltr. Milch: € 1,50 - 2,00

- 1 Packung Margarine (normale Packungsgröße): € 2,80

- 1 Toastbrot (Packung): € 3,50

- 1 Paket Schwarzbrot: € 4,50 (ähnlich dem fertig geschnittenen Brot von Harry oder anderen Anbietern)

- 1 Packung Cherrytomaten 175 g.: € 4,20

- 1 Glas Bier, 1/2 Ltr.: € 10,00

- 2 Eis a 2 Kugeln: € 14,00 (sehr gutes Eis in Geiranger!!)

- 1 Ltr. Benzin oder Diesel: € 2,00 (Diesel einen kleinen Tick günstiger)

- 1 Ltr. Autogas: € 1,00 (Automatentankstelle in der Nähe von Grimstad € 0,85)

 

Tipps zur Fährüberfahrt:

Wir fuhren mit Color Line die Route Hirtshals - Kristiansand hin und zurück (3,5 Std.). Eine Alternative wäre der noch schnellere Katamaran von Fjord Line (2,5 Std.), was allerdings ein wenig teurer ist. Gebucht hatten wir die reine Überfahrt ohne Sessel- oder Restaurant-Reservierungen (Bufett). Selbst mitgebrachtes Essen darf an Bord verzehrt werden, darunter auch alkoholfreie Getränke. Der Verzehr von selbst mitgebrachtem Alkohol ist verboten (mir hat die Bord-Security mein fast leeres Bier weggenommen, sowie der Verzehr von im DutyFree-Shop eingekauften Waren. Auf dem Rückweg haben wir uns Wein in Selterflaschen umgefüllt. Die Preise im DutyFree-Shop sind hoch und nur für norwegische Verhältnisse günstig. Zigaretten sind einen Tick günstiger als in Deutschland. Das nächste Mal würde ich einen Sessel reservieren, da man außer in den Restaurants (sehr teuer) kaum Sitzplatzgelegenheiten findet, die sind meist alle besetzt...

 

Straßenmaut in Norwegen über autoPass

Die Abwicklung ist denkbar einfach. Man registriert sich bei autoPASS, gibt den Zeitraum der Reise an und zahlt mittels Kreditkarte. Diese wird mit 300 NOK, also rund € 39,00 belastet und ein Guthaben-Konto eingerichtet. Die Mautstellen arbeiten automatisch, in dem das Kenntzeichen fotografiert wird. Sowie die Fotoerfassungsstelle passiert wird, wird das Guthaben entsprechend belastet. Die Abrechnung erfolgt zeitnah und man kann das bei autoPass eingeloggt auch sehr gut nachvollziehen (siehe Foto)! Wenn die 300 NOK aufgebraucht sind, wird automatisch die Kreditkarte wieder mit den 300 NOK belastet. Nach der Reise erfolgt die Endabrechnung (ausschließlich online) und ein evtl. Guthaben wird der Kreditkarte wieder erstattet. Absolut problemlos :!:

 

TaxFree:

Eigentlich lohnt sich das Shoppen in Norwegen aufgrund der hohen Preise nicht. Dennoch gibt es Gelegenheiten, wo sich der Einkauf lohnt. So hat Uta in einem ganz normalen Souvenirladen eine hochwertige Woll-Kapuzenjacke zum halben Preis erstanden oder ich in Flam die Klamotten im Outletladen gekauft. Beide Läden bieten wie fast alle "Touri-Geschäfte" TaxFree an. Meist zu erkennen an den großen Aufklebern im Eingangsbereich. Das Prozedere ist verhältnismässig einfach. Man sucht sich die Ware aus, geht zur Kasse und sagt, das man TaxFree wünscht!! Der Kassierer druckt dann neben dem normalen Kassenzettel einen extra Beleg, den Refund Cheque (eine Art steuerrückerstattungsscheck) aus, den er (der Kassierer) unterschreibt und heftet diesen Extra-Beleg mit dem Kassenzettel zusammen. Diese wiederum werden in einen Umschlag der TaxFree-Gesellschaft (es gibt zwei :!: ) hineingelegt.

In Norwegen gibt es zwei TaxFree-Gesellschaften und das sind global refund und Norway Tax-Free Refund.

Bei global refund z.B. geht man bei der Ausreise einfach auf der Color Line-Fähtre zur Rezeption, zeigt die Ware und lässt sich 12 - 19% der MwSt. in bar auszahlen :) Ansonsten gibt es noch diverse Refund Points an Flughäfen, Bahnhöfen (nur Oslo) und eben auf den Fähren. Alternativ sendet man die Belege (mit den persönlichen Daten einschl. Kreditkarten-Nr. und Unterschrift) an einen Refund Point.

Bei Norway Tax-Free Refund geht es genauso, allerdings verweigerte Color Line mir die Erstattung, da sie nicht mit denen zusammen arbeiten. Nun habe ich die Refund Cheque's ausgefüllt, unterzeichnet und sie mit dem mitgegebenen Freiumschlag unfrankiert nach Oslo gesendet.

Natürlich gibt es "Spielregeln"! So liegt z.B. der Mindestverkaufspreis bei 315 NOK. Mehr Infos gibts hier oder bei Google unter "Tax Free Norwegen".

 

Gastanken in Norwegen:

Von einer Gastankstellendichte kann in Norwegen keine Rede sein. Mein Ehrgeiz, nur auf Gas zu fahren, spielte bei der Tourplanung eine entscheidene Rolle! Und die Planung ist leider sehr zeitaufwendig, da es im www für Norwegen keine entsperchenden Tools gibt (Stand 06/2011). So blieb u.a. nur diese Liste für die Planung...

Bis auf zwei Automatentankstellen ist in Norwegen der Bajonett-Adapter notwendig. Mit diesem bekommt man, genauso wie in England, den Tank nie richtig voll. Anders als in anderen Protalen teilweise zu lesen, wird nicht mit überhöhtem Druck getankt :!: Eine Kreditkarte mit PIN ist unerlässlig :!: Einmal war ein Automat defekt (Kongsberg) und der Tankvorgang nicht möglich. Die Literpreise bewegen sich um die 7 NOK.

Da es in DK so gut wie keine Gastankstellen gibt und der LPG-Preis mit dem unseres SuperPlus vergleichbar ist, empfiehlt sich vor der Einreise nach DK das Volltanken in Handewitt, kurz vor der Grenze in unmittelbarer Nähe der A7. So kommt man ohne Probleme auf Gas durch ganz Jütland und kann bequem am Zielhafen Kristiansand bei der Statoil wieder volltanken :)

 

Getankt wurde in bzw. an:

- Lüneburg, Volltanken vor dem Start

- Handewitt, freie Tankstelle im Skandinavienpark (letzte Abfahrt vor der dän. Grenze)

- Kristiansand, Statoil an der E18 Richtung Mandal

- Stavanger, Shell Revheimsveien

- Nestun bei Bergen, Shell Nestunsveien

- Sogndal, Automat an der Straße Nestvangen

- Vinstra, Automat an der RV255

- Mjöndalen. Shell an der E134

- Kristiansand, Statoil an der E18 Richtung Mandal

- Handewitt, freie Tankstelle im Skandinavienpark (erste Abfahrt nach der dän. Grenze)

- Lüneburg, Volltanken

 

Verwendete Navi

TomTom Via Europe. Erstklassiges und extrem schnell startendes Navi. Werksseitig mit jeder Menge POI's, darunter Campingplätze.

Ergänzt durch folgende POI's: LPG-Tankstellen Europa, Promobil-Stellplätze und archies Campingplätze Nordeuropa.

 

Jedermannsrecht:

Entgegen vieler Meinungen gilt das Jedermannsrecht ausschließlich für Fußreisende (Wanderer etc.) und nicht für Fahrer von Kraftfahrzeugen jeglicher Art oder Radfahrer.