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"Old Bulli Berlin" - T1, T2 und Käfer zum Mieten

Bulli-Vermietungen ab Baureihe T3 aufwärts gibt es viele - Vermieter von T1 und T2 weit weniger. Einer davon ist Lucas Kohlruss. Hier stellen wir "Old Bulli Berlin" vor.

VW Busse von Old Bulli Berlin.

 ©Lucas Kohlruss

Seine Geschäftsidee kam Lucas Kohlruss auf seiner einjährigen Weltreise. Lucas war am Ende seiner Tour um die Welt in Kalifornien unterwegs, zuvor unter anderem schon in Australien und Neuseeland. Lucas erzählt: "Ich wunderte mich immer, warum man in diesen Ländern noch so viele T1 und T2 rumfahren sieht, viel mehr als in Deutschland, wo man die ganz alten Bullis ja fast nur noch auf Treffen zu sehen bekommt." Lucas dachte sich: "Diese Autos findet doch jeder toll, da muss ich irgendwie etwas draus machen".

Und so suchte Lucas in der letzten Woche seiner Weltreise im Jahr 2013 nach einem schönen Bulli, den er nach Deutschland bringen wollte - und fand einen passenden Bus: Einen T2a Westfalia, Baujahr 1969, den er am letzten Tag seiner Weltreise kaufte. Von einem Surfer in Kalifornien, den er um sechs Uhr morgens am Strand zu einer kurzen Probefahrt getroffen hatte. Er kauft den Bus, fuhr zum Hafen, organisierte die Verschiffung seines Bullis nach Deutschland - und flog zurück in die Heimat. Das war der Anfang von "Old Bulli Berlin".

Die Bulli Tanke Berlin - Heimat von Old Bulli Berlin.

 ©Lucas Kohlruss

Heute hat Lucas mehrere Bullis und einen Käfer, die er vermietet, an Selbstfahrer, mit Chauffeur, als Foto-Bullis, oder für verschiedenste Veranstaltungen. Seine Bullis spielten schon in Kinofilmen mit, er chauffiert in ihnen nicht selten Promis durch Berlin, wenn die Bullis als Shuttle-Service gebucht werden, oder die Bullis stehen als Attraktionen auf Messen und anderen Veranstaltungen. "Da ist es natürlich schon von Vorteil, in Berlin zu sitzen. Denn hier gibt es immer vile Veranstaltungen, Eröffnungen, Events, da werden außergewöhnliche Autos oft gesucht, für Shuttle-Services beispielsweise, oder als Hingucker auf Messen oder Firmenveranstaltungen", sagt Lucas.

Die Heimat seiner Bullis ind von "Old Bulli Berlin" ist die "Bulli-Tankstelle" in einem Gewerbegebiet in Berlin-Marzahn. Dort stehen die Fahrzeuge, dort wird die Arbeit gemacht. Anfangs, im Jahr 2014, machte Lucas alles allein, mit der wachsenden Zahl seiner Bullis nahm aber auch die Arbeit zu. Heute gibt es ein kleines, aber feines "Old Bulli Berlin"-Team. Lucas sagt: "Zwei Frührentner schrauben an den Bullis. Da gibt es immer etwas zu tun, wir haben eine Teilzeitkraft im Büro, die sich um alle Mails, Buchungen und Telefonate kümmert, mein Bruder macht die Foto-Bulli-Geschichte, ein weiterer Mitarbeiter putzt und säubert unsere Bullis, ein Kumpel kümmert sich um unsere Webseite."

Bullis von Lucas in der Natur.

 ©Lucas Kohlruss

Wenn es schlimmere Schäden an den Bullis gibt, dann hat Lucas auch zwei bis drei Werkstätten seines Vertrauens, unter anderem Frankys Käfergarage. "Irgendwie ist bei den alten Bullis ja immer irgendetwas zu machen", schmunzelt Lucas. Auch Motorschäden gab es mehr als einmal seit er die Firma hat. "Das ist auch der Grund, warum wir die Bullis zum selbst Fahren, nicht ins Ausland oder sehr weit wegfahren lassen", sagt Lucas. Momentan können die Miet-Bullis nur in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg genutzt werden - damit sie bei Problemen auch schnell "heim" geholt und wieder fit gemacht werden können.

Der Fuhrpark umfasst derzeit: Zwei T2b zum Mieten für Selbstfahrer, jeweils mit 70-PS-Motor, daher gut im Alltagsgebrauch zu fahren, einen T1 und einen T2a, die es mit Chauffeur zu Mieten gibt, 2 Foto-Bullis für Firmenevents, Hochzeiten und andere Veranstaltungen, und einen VW Käfer zum Mieten für Selbstfahrer. "Der Plan ist, dass wir ab kommenden Jahr auch noch einen T2b Westfalia Camper für Urlaubsfahrten anbieten wollen", sagt Lucas. Zudem wird es möglicherweise eine Art Cocktail-Bulli geben. Ein entsprechender T2 wird gerade in Polen zurecht gemacht. "Und wir wollen auch noch einen VW Buggy für die Vermietung anbieten", sagt Lucas.

Lucas selbst besitzt und fährt neben seinen Bullis, die er allesamt aus den USA geholt hat, einen T3 Camper. "Den habe ich seit ich 19 Jahre alt war", sagt Lucas.

In der Bulli Tanke.

 ©Lucas Kohlruss

Am Anfang von "Old Bulli Berlin", nachdem Lucas von der Weltreise zurückgekommen war, gab es einiges zu erledigen. Lucas erinnert sich: "Im ersten Jahr war viel Bürokratie zu überwinden. Genehmigung zur Personenbefürderung bekommen, TÜV, Lizenzierung durch Volkswagen, das war ein anstrengendes Jahr." Doch nun läuft alles rund.

Nebenher verkauft Lucas auch Bullis, die er aus den USA nach Deutschland holt. "Mittlerweile habe ich in vielen US-Bundesstaaten, in denen es sich wegen des Klimas lohnt, nach alten VW Bussen zu suchen, gute Kumpels, zum Beispiel in Kalifornien oder auch in Idaho." Die halten ihre Augen offen für Lucas nach lohnenswerten Bullis und Käfern. "Mittlerweile habe ich bestimmt um die 60 Autos aus den USA hierhergeholt und europaweit verkauft", sagt Lucas. Er hat auch immer einige Bullis zum Verkauf bei seiner "Bulli-Tankstelle" stehen. Dieses Geschäft, so Lucas wird jedoch immer schwieriger. "Die Amis haben mittlerweile auch gemerkt, dass die Europäer sehr viel Geld für alte Bullis zu zahlen bereit sind. Und entsprechend werden auch dort nun häufig sehr hohe Preise verlangt. Dann lohnt sich der Import meist nicht mehr, da man ja auch hohe Kosten hat."

Gut also, dass Lucas schon einen kleine, aber feinen Bulli-Fuhrpark hat. Wer mehr über "Old Bulli Berlin" erfahren will, kann über diesen Link die Webseite besuchen - oder einfach mal an der "Bulli-Tankstelle" in Berlin-Marzahn vorbeikommen.

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von Gerhard Mauerer