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Oldtimerpreise steigen langsamer - Bulli auf Platz 1

Oldtimer sind eine gute Wertanlage? Nicht so im vergangenen Jahr. Zwar stiegen die Preise im Schnitt um 1,4 Prozent, sie lagen damit aber unter der Inflationsrate in Deutschland. Im Langzeitvergleich der Preise steht der T1 ganz an der Spitze.

Entwicklung des Oldtimer-Index.

 ©VDA

Der Preisanstieg bei Oldtimern in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr deutlich verlangsamt. Der deutsche Oldtimerindex legte nur um 1,4 Prozent zu. Er erreichte einen Punktestand von 2552 gegenüber 2516 im Vorjahr. Die Steigerung lag damit unter der Inflationsrate von 1,8 Prozent. Der Index setzt damit ein deutliches Signal, dass sich der starke Preisanstieg der vergangenen Jahre für automobile Klassiker beruhigt hat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilt.

Bei der Wertentwicklung einzelner Fahrzeuge stachen zwei BMW-Modelle aus den 1970er Jahren hervor. Der BMW 320 mit 6-Zylindermotor verzeichnete im vergangenen Jahr den stärksten Wertzuwachs. Mit dem E21, so die Werksbezeichnung der ersten 3er-Generation, begründete BMW die bis heute erfolgreiche Baureihe. Auf Platz 2 folgt der BMW 6er als 635 CSi, der schon seit einigen Jahren immer beliebter wird. Darüber hinaus fällt besonders auf, dass mit dem Triumph TR6 und dem MGB Mark III erstmals seit längerer Zeit wieder zwei englische Fahrzeuge in den Top 10 vertreten sind.

T1: Seine Preise haben sich in den vergangenen Jahren extrem entwickelt.

 ©Volkswagen Nutzfahrzeuge

Im Langzeitvergleich steht ein Volkswagen-Modell auf dem ersten Platz: Der beliebte T1-Bulli, der Volkswagen Bus Typ 2, verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren den mit Abstand höchsten Wertzuwachs. Die zunehmende Beliebtheit von Oldtimern aus München wird jedoch auch hier deutlich. Hinter dem VW Bus rangieren auf den Plätzen 2, 4, 7 und 9 vier Modelle von BMW. Allerdings resultieren einige der Preissprünge aus einem niedrigen Ausgangswert in 2008.

Der Deutsche Oldtimer Index wurde ins Leben gerufen, um eine Trendaussage geben zu können, wie sich Preise für Oldtimer in Deutschland entwickeln. Der Index setzt sich aus 88 gängigen Fahrzeugen zusammen, die den deutschen Oldtimermarkt repräsentativ abbilden. Die Preise, die der Bewertungsspezialist classic-analytics aus Bochum zur Kalkulation zusteuert, werden anhand der Auswertung von marktaktuellen Preisen im Handel sowie aus Auktionsergebnissen ermittelt. Die einzelnen Fahrzeuge werden abhängig von ihren Zulassungszahlen gewichtet. Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Seltenheit oder ihrer Geschichte besonders teuer gehandelt werden, sind nicht berücksichtigt.

von Gerhard Mauerer