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Rätsel nach 19 Jahren gelöst: Zwitter in Managua

Im Jahr 2001 reiste Holger Rodiek als Rucksacktourist durch Nicaragua. In der Hauptstadt Managua bemerkte er einen T1. Bei näherem Hinschauen war es dann eher ein T2. Was es wirklich mit dem Bulli auf sich hatte, hat sich nun aufgeklärt.

Der VW Bus in Managua.

 ©Holger Rodiek

Hallo Bullifreunde,

bei der Suche nach ganz anderen, älteren Fotos in meinem Archiv, bin ich kürzlich über diese Bilder "gestolpert". Diese Aufnahmen von einem sehr gepflegten VW Bulli habe ich vor fast genau 19 Jahren in Managua, der Haupstadt von Nicaraguan gemacht.

Ich war im Jahr 2001 für fünf Wochen als Rucksacktourist in Nicaragua unterwegs. Die üblichen Verkehrsmittel während dieser Reise waren "öffentliche" und diese waren nur alte ausrangierte amerikanische Schulbusse, alte Roborbusse und alte offene IFA-Lkw aus der DDR. Die wenigen Pkw in dem sehr armen mittelamerikanischen Land waren auch fast alle aus den ehemaligen Ländern des Warschauer Pakts, vor allem traf ich auf Ladas als Taxis. Autos aus westlichen Produktionen waren die Ausnahme im Straßenbild.

Typische T2-Front.

 ©Holger Rodiek

Daher staunte ich nicht schlecht, als ich diesen VW Bulli in Managua entdeckte. Er parkte in einer kleinen Seitenstraße. Leider sind fast alle Fotos von dem parkenden Bulli unbrauchbar, was ich aber erst Wochen später in Deutschland feststellen konnte, denn die Diafilme mussten noch ganz herkömmlich entwickelt werden. In dem Stadtteil von Managua begegnete mir der Bulli an dem Tag noch zwei Mal, sodass es auch die beiden Fotos von dem fahrenden VW gibt.

Außer diesem Bulli habe ich in den Wochen in Nicaragua keine anderen VW zu sehen bekommen.     

Als ich den Bulli zum ersten Mal sah, kam ich auf das Heck zu und dachte: "Was für ein merkwürdig umgebauter Samba mit der typischen schmalen Heckklappe und dem kleinen Motordeckel, aber T2b Rückleuchten und ohne Stoffverdeck und Chrom?" 

Von vorne kam dann ein ganz normaler T2b auf mich zu und von den Seiten – insbesondere mit den rechten Klapptüren – ein schöner T1.

 ©Holger Rodiek

Letztlich sind, so jedenfalls mein damaliger Eindruck, die Stoßstangen vom T2a verbaut worden. Also ein für meine Augen totaler Mehrfachzwitter.

Dann dachte ich mir, ich frag mal bei VW-Bulli.de nach, was das denn nun für ein Bulli war. Und prompt kam die Antwort vom Experten Markus Schumacher: "Das ist ein T"1,5", ein Zwittermodell aus brasilianischer Fertigung. Diese Fahrzeuge findet man häufig in Süd- und Mittelamerika. Ein ähnliches Modell befindet sich in der Sammlung der IG T2."  

Damit hat sich dieses Rätsel nach fast 20 Jahren auch gelöst.

von Gerhard Mauerer