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Schrauberhandbuch VW Boxer. Alle luftgekühlten Motoren

Alte Bullis, Käfer und Porsche-Modelle haben vieles gemeinsam. Viele von ihnen haben einen Boxermotor im Heck, an denen ihre Besitzer oft herumschrauben. Heiko Wacker stellt das neue Buch "Schrauberhandbuch VW Boxer. Alle luftgekühlten Motoren", das bei Reparaturen eine große Hilfe sein kann.

 ©Heel-Verlag

Ein klassischer Bulli – ja, in seinen ersten Jahren traf das auch noch auf den T3 zu – kam einst mit luftigem Vierender auf die Welt. Schon der Käfer setzte auf das Boxerprinzip, auch wenn Porsche eine gewisse Zeit mit einem Dreizylinder experimentierte. Doch das ist eine andere Geschichte, heute soll es um den Klassiker gehen, den ebenso genial wie einfach aufgebauten Boxermotor.

Ob der dann 24,5 PS aus einem zu voll gegossenen Maßkrug schöpft, oder quirlige 70 Pferdchen aus zwei Litern Hubraum, das ist eigentlich egal. Das Grundprinzip ist sich stets treu geblieben, weshalb man am Bulli-Motor oft genug die selben Handgriffe zu tun hat wie im Käferheck, sieht man mal von der Motoraufhängung ab oder von den flach konstruierten Triebwerken. Aber die kamen dann ja auch im Typ 3 und Typ 4 vor, die VW-Familie hat viele Gesichter.

Für alle Antriebe gilt aber auch, das bei aller Einfachheit Defekte oder natürlich Verschleiß zum Leben dazu gehören. Wer deshalb den ersten Aspekt vermeiden und den zweiten vermindern will, der kuckt gelegentlich mal unter die Haube. Nebenbei: Wer zuerst vorne schaut, der gehört gleich mal wegen Schludrigkeit übers Knie gelegt, ein Boxerherz schlägt im Heck.

Wie es besser geht, das zeigt Ken Cservenka in seinem Schrauberhandbuch „VW Boxer, alle luftgekühlten Motoren“, in dem er sich vor allem dem klassischen Typ 1-Motor widmet, die Typ-4-Aggregate aber nicht vernachlässigt. Und seine Tipps zum sicheren Arbeiten in einer Werkstatt gelten ohnedies für alle. Wie weit man dabei in die Materie abtaucht, und ob man das Kurbelgehäuse wirklich bis in die Lagerschalen zerlegt, das bleibt jedem selbst überlassen.

Abweichungen oder Variationen – habe ich einen Gebläsekasten mit „Hundehütte“ vor mir, oder eine frühe Benzinpumpe mit Metallleitungen – werden gesondert aufgefangen, wie sich auch eigene Kapitel alleine den Auspuffanlagen oder sonstigen Anbauteilen der Typ-4-Motoren mit 1,7 bis 2,0 Litern Hubraum widmen.

Klar, das Buch kann keine Lehrzeit ersetzen. Doch lehrt es eine ganze Menge Verständnis zu diesem ölbratzigen Klumpen im Bulli-Heck, um den wir uns schon lange mal wieder kümmern wollten. Machen wir es einfach, legen wir los: Ken zeigt, wie es geht. In diesem Sinne: Nur Mut, es sind nur vier Zylinder!

Ken Cservenka: Schrauberhandbuch VW Boxer. Alle luftgekühlten Motoren – Käfer, Bulli & Co. Heel Verlag Königswinter 2019, 143 Seiten, gebunden, 309 Farbabbildungen, 215 x 275 mm, ISBN 978-3-95843-900-9, 29,95 Euro.

Heiko P. Wacker