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Seit 40 Jahren Bullifahrer

Werner Peterlick ist seit 40 Jahren Bullifahrer. Hier stellt einer der Gewinner unseres Adventskalender-Gewinnspiels 2016 sich und seine Bullis vor.

Mein erster T2. ©Werner Peterlick

Hallo Bulli-Freunde!

Dieses Jahr werden es 40 Jahre, dass ich Bullifahrer bin. Damals, 1977, kaufte ich mir meinen ersten VW-Bus, einen T2, Baujahr 1972, mit 50PS.

Schweren Herzens musste ich ihn schon zwei Jahre später während meinem Wehrdienst wieder verkaufen, da ich mir die Versicherungsprämie nicht leisten konnte. Aber die Bundeswehr hatte ja auch T2, so war die Trennung leichter.

Nach Beendigung des Wehrdienstes kam dann Bulli Nr. 2, ein Zustellfahrzeug der Deutschen Bundespost, Baujahr 1977, mit Motorschaden. Zusammen mit einem Freund wurde der Motor getauscht und eine Campingeinrichtung eingebaut. Bis nach England brachte er uns, musste dann aber 1984 einem T3 Diesel weichen.

 

Mein T3. ©Werner Peterlick

50 PS sind doch etwas wenig, insbesondere wenn man eine Pferdeanhänger ziehen will. Also wurde der Dieselbulli gegen einen Turbodieselbulli getauscht. Diesen, Baujahr 1986, habe ich heute noch und werde mich auch nicht davon trennen, auch wenn längst ein T5 im Bestand ist. Er wird seit 25 Jahren nur im Sommer bewegt, entsprechend gut ist sein Zustand.

Der T3 hat mittlerweile das vierte Getriebe. Das kam so: Kurz nach dem Kauf hatte das Getriebe einen Schaden, die Gänge ließen sich nur mit Krachen einlegen. Der Händler, von dem ich den Wagen gekauft habe, besorgte mir ein anderes (gebrauchtes) Getriebe. Dieses hatte aber eine längere Übersetzung, was zwar schön zum Fahren, aber schlecht zum Anhängerziehen war.

Mein Bruder, damals auch von T3 besessen, wollte unbedingt dieses Getriebe für seinen Bulli. Also tauschten wir an einem Samstag die Getriebe der beiden Autos untereinander aus. Alle waren glücklich - fast.

T3 und eine Lok der VW-Werksbahn. ©Werner Peterlick

Eigentlich sollte ich ein 5-Gang Getriebe haben, aber so etwas war selten und schwer zu bekommen. Doch auch hier hatte ich wieder Glück. Ein Bekannter, der eine Holzbaufirma betrieb, suchte eine T3 Pritsche. Durch eine Anzeige in einer Zeitung bin ich auf eine Pritsche aufmerksam geworden, welche ein neues VW-Austauschgetriebe bekommen hatte. Dieses Auto habe ich gekauft, Getriebe mit meinem getauscht und an meinen Bekannten weiter verkauft.

Eine kleine Anekdote am Rande: Nach einem der Getriebetausche ging es in den Urlaub nach England. Bei typischem Wetter passierte es: Ich wollte an einer Ampel wieder anfahren, aber es gab einen lauten Schlag und das Auto blieb stehen. Ein Blick unter den Wagen zeigte, dass sich eine der Antriebswellen vom Getriebe gelöst hatte. Die Schrauben waren zum Glück noch alle da, aber ich hatte kein Schlüssel, um die Schrauben wieder anzuziehen.

Auch hier hatte ich wieder Glück. Das Malheur passierte genau vor einer Autowerkstatt - aber was heißt Inbusschlüssel auf englisch? Ich nahm eine der Schrauben mit und zeigte sie dem Meister. Er murmelte etwas von Armstrong und brachte tatsächlich einen passenden Schlüssel, um die Schrauben wieder anzuziehen. Seither fahre ich nicht mehr ohne Werkzeug weg.

Viele Grüße, Werner Peterlick

 

Werner Peterlick