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Sommerreise mit dem "Gelben" durch Frankreich

Mit ihrem T3 bereisten Jana Vierling und ihre Kolleging Christina im vergangenen Sommer das Loire-Tal, die Bretagne, die Normandie und Paris. Der "Gelbe", ein T3, Baujahr 1982, machte die 3100 Kilometer lange Tour anstandslos mit.

Unterwegs im "Gelben".

 ©Jana Vierling

Hallo Bulli- und Reisefreunde!

Gegen 4 Uhr in der Frühe starten wir in Sinsheim. Unser Tagesziel soll Orléans im Loiretal sein. Um Mautstraßen zu vermeiden, haben wir für die rund 670 Kilometer lange Anfahrt die Strecke via Saarbrücken – Metz – Nancy – N4 –Troyes nach Orléans gewählt. Nach einer Mittagspause in Pont-sur-Yonne kommen wir gegen 18 Uhr in Orléans an. Mit dem Fahrrad geht es kurz noch zum Supermarché, dann wird schnell gekocht und wir fallen müde in die Federn.

Die ersten Tage gondeln wir mit unserem "Gelben" gemütlich durch das Loiretal und besichtigen die prächtigen Loire-Schlösser. Das überdimensionale Château de Chambord begeistert uns mit seiner symmetrischen Architektur und seiner Weitläufigkeit, während wir uns im urigen Château de Fougères-sur-Bièvre fühlen, als würden wir in Großvaters Abenteuerscheune herumtoben. Weitere Stationen sind Amboise, das Wasserschloss von Azay-le-Rideau sowie das Schloss von Saumur.

 ©Jana Vierling

Genialer Tipp an alle Frankreich-Reisende bis 25 Jahre: Sämtliche Sehenswürdigkeiten, die dem Zentrum der Nationalen Denkmäler (http://monuments-nationaux.fr) zugehörig sind, gewähren freien Eintritt an alle EU-Bürger bis 25 Jahre. Diese Information findet man allerdings nur auf der französischen Website!

Am Ende der ersten Woche geht die Fahrt weiter, hoch in die Bretagne. Die romantische Altstadt von Vannes verzaubert mit ihren engen Gässchen und pittoresken Boutiquen. Von Parfüm über Keramik, edlen Modeboutiquen bis hin zu feinster Schokolade – in Vannes wird jeder fündig.

Next Stop – Concarneau. Mit einer kleinen Personenfähre setzen wir über zur "Ville Close", der innerhalb dicker Mauern liegenden Altstadt von Concarneau. Wir haben Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, denn in Concarneau findet an diesem Wochenende das jährliche Event Fête des Filets Bleus (dt. Festival der Blauen Netze) statt. Und so lassen wir den Abend bei traditioneller sowie moderner bretonischer Musik und einem kühlen Bier ausklingen.

Crozon.

 ©Jana Vierling

Ein Must-See auf unserem Roadtrip ist der westlichste Punkt Frankreichs, die Pointe-du-Raz. Der befürchtete Ansturm an Touristen hält sich in Grenzen und so genießen wir es, ausgiebig zwischen den rauen Felsen und hohen Klippen herumzukraxeln. Weiter geht es auf die Crozon-Halbinsel, wo wir Freunde treffen, die dort gerade urlauben. Da es zum ersten Mal sehr sonnig ist, legen wir zwei Badetage ein und planschen im recht warmen Atlantik.

Nach drei Tagen geht es weiter zur Pointe-du-Saint-Mathieu. Danach ein kurzer Besuch in Kerloas beim letzten noch aufrecht stehenden Menhir ("Hinkelstein") der Bretagne. Wir besichtigen die idyllischen Hafenstädte Roscoff und Saint-Malo. In Rothéneuf bei Saint-Malo staunen wir über die beeindruckenden Felsskulpturen, die der einstige Gemeindepfarrer in mehr als 15 Jahren Arbeit in die dortigen Felsen gemeißelt hat.

Beim Campen.

 ©Jana Vierling

Da wir schon mal soweit im Nordwesten Frankreichs unterwegs sind, können wir uns einen Besuch des Klosterbergs von Le-Mont-Saint-Michel nicht entgehen lassen. Der Besuch der Abbaye Le-Mont-Saint-Michel ist besonders zur Architektur und Geschichte der Abtei sehr informativ und zudem für uns wieder kostenlos.

Weiter geht es mit dem "Gelben" hoch in die Normandie, wo wir Bekannte in La Cambe besuchen. Die Gegend ist geprägt von den Ereignissen, die sich während des 2. Weltkrieges dort zugetragen haben - die Landung der Alliierten am Utah- und am Omaha-Beach, um die deutschen Stellungen an der Pointe du Hoc auszuschalten. Man sollte sich die Zeit nehmen, sowohl den Deutschen Soldatenfriedhof in La Cambe, als auch den Normandy American Cemetery und das dazugehörige, sehr aufwändig und informativ gestaltete Besucherzentrum zu besichtigen.

 ©Jana Vierling

Unsere Reise endet mit einem Tagesbesuch in Paris. Dafür haben wir uns ausgerechnet den heißesten Tag (33 Grad) des ganzen Urlaubs auserkoren. Unser Campingplatz für zwei Nächte befindet sich in einem Pariser Vorort, ist jedoch mit der Pariser S-Bahn super an die City angeschlossen.

In nur zwanzig Minuten gelangen wir zu unserer ersten Sehenswürdigkeit – dem Arc de Triomphe. Hier haben wir wieder Glück und können kostenlos die vielen Stufen zur Aussichtsplattform erklimmen. Die Wege legen wir an diesem heißen Tag hauptsächlich mit der Metro zurück. Nach einem kurzen Spaziergang am Eiffelturm geht es weiter zur Notre-Dame. Die Schlange vor den Toren ist so groß, dass wir umkehren und stattdessen durch den Jardins Luxembourg laufen.

Danach geht's weiter zum Louvre, wir besuchen die Sacre-Coeur, schlendern durch das romantische Montmartre und genießen die wunderschöne, untergehende Sonne vom Dach der Galeries Lafayette.

Wir sind stolz auf unseren kleinen "Gelben" – ohne Mucken, Probleme oder Unfälle sind wir nach 3100 Kilometern wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

Die Fahrer:

Jana Vierling (23) aus Sinsheim und Kollegin Christina (21) aus Thun in der Schweiz

Der Bulli:

T3 Baujahr 1982

Kilometer: ca. 380.000

Ausstattungsvariante: Transporter, Diesel, 50 PS, 4-Gang-Schaltung

Der Bulli wurde die ersten Jahre von einem Telekommunikationsunternehmen aus München gefahren.  Der zweite Besitzer baute diesen zum Großteil aus, bevor ihn Janas Eltern im Dezember 1990 kauften, um im Juni 1991 damit ans Nordkap zu fahren. Janas Vater erweiterte den Innenausbau, montierte das Westfalia-Dach und konstruierte 1992 die weiße Kiste, um noch mehr Stauraum zu haben.

 

Jana Vierling