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Ur-Bulli als Basis für künftigen VW-Stromer

VW hat in Amerika das Geheimnis um einen möglichen Elektro-Bus gelüftet. Basis ist der erste Bulli - natürlich optisch und technisch a jour. So sollen künftige Elektro-Volkswagen aussehen und funktionieren, egal, ob klein oder groß.

So könne der BUDD-e ab 2019 rollen ©VW

Das lang erwartete Modell, eine Studie, nennt sich BUDD-e.  Bei der Fachmesse CES in Las Vegas erklärte Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen: „Der BUDD-e ist ein realistischer Trendsetter“. Basis dieses Showcars ist der Modulare Elektrifizierungsbaukasten (MEB), dessen Architektur Elektroautos grundlegend verändern wird. Fast alle, was bisher den Innenraum eines Autos von vorn, hinten oder unten einschränkte, soll an den Rand gedrängt werden. Damit auf kleinstmöglicher Verkehrsfläche viel Freiraum für die Passagiere dargestellt werden kann. Das prägt das neue Design, außen und innen. Dabei soll „jedes neue MEB-Fahrzeug als solches erkennbar sein“

BUDD-e erreicht mit zwei kompakten Elektromotoren eine mechanische Systemleistung von 225 kW – die vordere E-Maschine entwickelt 100 kW (200 Nm), die hintere  125 kW (290 Nm). Vorgesehen sind Hochleistungsbatterien, die so flach gebaut sind, dass sie praktisch den gesamten Fahrzeugboden belegen. Bei voller Ladung soll das Auto 533 Kilometer abspulen können, das der Reichweite durchschnittlicher Benziner entspricht, gemessen im aktuellen europäischen Nutzfahrzeugzyklus.  Die Akkus können per Stecker oder induktiv aufgeladen werden. Bei 150 kW Ladeleistung (Gleichstrom) haben sie nach 30 Minuten wieder 80 Prozent ihrer Kapazität inhaliert. Beachtlich sind die anderen technischen Angaben: die 60 Meilen pro Stunde (knapp 100 km/h) werden in 6,9 Sekunden erreicht, als Spitze werden 180 km/h genannt.

Klare Linien deuten die Zukunft an ©VW

Neuartige Klimasysteme können in der Fahrzeugfront verbaut werden. Mit seinen Außenmaßen ( 4,59 m lang, 1,94 m breit und 1,84 m hoch) rangiert der BUDD-e zwischen den Konzern-Vans Touran und Multivan T 6. Allerdings ist er etwas breiter und auch der Radstand mit 3,15 Metern ist länger ausgefallen. Dafür sind die Überhänge mit vorne 75 und hinten 70 cm extrem kurz. Für spielend einfache Wende- und Parkmanöver sorgt eine neu entwickelte zusätzliche Hinterachslenkung. Weitere technische Highlights sind dem Elektronikbaukasten entnommen. So lassen sich dank LED-Einheiten Karosserielinien lichttechnisch untermalen, typischerweise kann das komplett in transparentem Kunststoff gehaltene Frontelement marken- oder modellabhängig sozusagen elektronisch gestaltet werden.

Die Studie ähnelt einer Lounge mit viel Platz. Der Beifahrer kann seinen Sitz mit integriertem Gurt um 180 Grad drehen und sich zur Gruppe gesellen. Zu den interessantesten Details der Digitalisierung gehören Flachbildschirme zur Information oder Unterhaltung. Ebenso entfallen herkömmliche Spiegel, die durch Displays ersetzt werden und deutlich mehr zeigen als eine bloße Reflexion. Der e-Mirror, also der elektronische Außenspiegel hält Einzug in die Serie. Wichtige Handlungen, wie etwa das Öffnen der Schiebetür, können mit Gesten oder per Sprache gesteuert werden.

Großer Auftritt in Las Vegas: Diess zeigt den BUDD-e ©VW

Auch das neue Multifunktionslenkrad arbeitet ohne Wippen oder Schalter – per Berührung und sensitiver Rückmeldung.  Vielfältig und sicher noch nicht endgültig definiert sind die Applikationen, die das Auto mit Navigation, Handy oder Wohnung verbinden und im wohlgemeinten Sinn für Ablenkung, Anbindung oder Anwendung sorgen – man wird da noch manche Überraschung erleben, für die es vielleicht erst morgen oder übermorgen einen Käufermarkt gibt.

Auf jeden Fall gibt sich VW-Chef Diess überzeugt: Bis Ende dieses Jahrzehnts werden unsere E-Autos so oder ähnlich aussehen – und auch fahren: „ Wir entwickeln komplett neue und einzigartige Fahrzeug-Konzepte – speziell für die Langstrecken-Elektromobilität. Der BUDD-e ist eine moderne Interpretation des ersten Bulli von Volkswagen, er ist ein realistischer Trendsetter“.

Zumindest nach diesem Auftritt kann VW das "kleine e" am Ende der Modellbezeichnung ruhig groß schreiben!

Ernst Bauer mit Material von VW