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Von Mustangs und Staats-Bullis

Peter Stumpe hat bei unserem Castrol-Gewinnspiel zwölf Liter Motorenöl gewonnen. Der Hobby-Taucher aus Kelsterbach bei Frankfurt am Main ist passionierter T3-Fahrer. Er berichtet über seine Erfahrungen mit ehemaligen Behördenfahrzeugen.

Peter Stumpe mit "Oranje"

Seit meiner Führerscheinprüfung im Jahr 1990 fuhr ich regelmäßig den grauen JX aus ehemaligen Beständen der Deutschen Bahn, der einem Freund der Familie gehörte. Bei einem Aushilfsjob habe ich dann die Nehmerqualitäten des T3 beim Liefern von Betonfertigteilen schätzen gelernt.

Auch danach bin ich immer wieder mit Begeisterung Bus gefahren. Während meiner Berufsausbildung bei der Post im Fernmeldebau-Team war es erneut ein T3 mit JX-Motor und staatlicher Minimalausstattung, nun aber in ginstergelb.

Im Laufe der Jahre wechselten meine Autos. Was jedoch blieb, war mein großer Bedarf an Transportkapazität. Wenn ich zum Beispiel aus dem Studentenwohnheim über die Weihnachtsfeiertage nach Hause fuhr, sah das manchmal schon nach einem kleinen Umzug aus. 

"Oranje"-Vorgänger "Hidalgo"

Nach dem Studium legten meine Freundin und ich uns einen T3 für Urlaub, Transporte und Party-Übernachtungen zu. Bei diesem Bulli handelte es sich einen ehemaligen Messwagen der Post. Ein Halbkasten, innen schon modifiziert, aber noch mit Steckdosen und Verdunkelungsvorhängen zum Ablesen der Messgeräte.

Als wir den Bus kauften, hatte er so viele optische Mängel, dass er fast wie ein gefleckter Mustang aussah und unsere Freunde bei seinem Anblick die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Deshalb tauften wir ihn „Hildago“ - wie den Mustang in dem gleichnamigen Spielfilm. Ein gutes Jahr dauerten unsere Bemühungen, unser „Pferd“ zum Laufen zu bekommen. Doch danach brachte es uns überall hin. 

Wer einen Bus besitzt, lernt viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennen. So erging es auch uns. Durch „Hidalgo“ waren wir mit den T3-Freunden Frankfurt/Main in Kontakt gekommen und so wuchs unser Know-how und unser Wunsch nach einem T3 mit besserer Substanz. Plötzlich ging alles ganz schnell. Unser neuer Bus „Oranje“ stand auf dem Hof und wir trennten uns von seinem Vorgänger.

„Oranje“ ist wieder ein Halbkasten, diesmal aber ohne Heckfenster. Seinen Namen verdankt er seinem schicken Kommunal-Orange. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, aber ich habe den Bus wirklich nicht neu lackiert. Er ist von seinem Erstbesitzer, dem Stuttgarter Vermessungsamt, sehr gut gepflegt worden und sein Zweitbesitzer hat ihn nur kurz gefahren. „Oranje“ ist Baujahr 1990 und versprüht wie zuvor schon „Hildago“ wieder diesen schlichten Charme einer Behörden-Minimalausstattung. 

Zunächst einmal haben wir den Bulli hohlraumkonserviert, um die Grundlage für eine lange Beziehung zu schaffen. Der JX-Motor weicht gerade einem Austauschaggregat. Auch dabei helfen uns die T3-Freunde Frankfurt/Main.

Innen wird es noch eine Kälteisolierung geben. Ansonsten bleibt es bei unserem eher spartanischen Geschmack: Matratze rein - Wochenende! Den Boden haben wir mit Kunstrasen ausgelegt: Dieser bewährt sich, wenn ich meinem zweiten Hobby nachgehe: dem Tauchen. Nichts ist komfortabler als eine gepflegte, trockene und gut geheizte mobile Umzugskabine, wenn ich nach dem Eistauchen mit zitternden Händen und blauen Lippen den heißen Tee verschütte.

Peter Stumpe