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Wohnmobile lieben es so richtig trocken

Freunde von Wohnmobilen und Freizeitbussen haben mit einem guten Rotwein eines gemeinsam: Trocken sind sie einfach besser. Wer jetzt sein Freizeitfahrzeug in den Winterschlaf schickt, soll vorher die Feuchtigkeit vertreiben und verbannen.

Berliner Winterquartier für diesen schönen T2.

Damit den Winter über weder Wasser noch Frost den Wert unserer Lieblingsautos mindern können, benötigt man einen geschützten, also überdachten Stellplatz. Idealerweise sogar eine Garage, alternativ einen Platz in einer Halle, einem Hangar oder auch in einer Scheune. In ländlichen Gegenden kann man diese Autos eventuell auch auf eigenem Grund oder in einem Garten abstellen.

Im Fachhandel gibt es Hauben und Planen, unter denen man das Auto gegen Niederschläge und Dreck von oben schützen kann. Doch wer diese auflegt, sollte einige Regeln beachten. So rät der ACE zu einer Luftschicht zwischen Lack und Stoff, damit im Wintersturm keine Reibungsschäden entstehen. Das freilich ist nicht so einfach, denn immer wieder sammelt sich Wasser. Und weil, wie es im Sprichwort heißt, Wasser immer einen Weg findet, kann es über kleinste Öffnungen oder Risse in Dichtungen ins Wageninnere einsickern. Das kann zu Schimmelbildung führen.

Winterstellplatz in Hausnähe.

Schimmel kann aber auch entstehen, wenn man etwa mit feuchter Kleidung oder Schuhen in die mobile Wohnstube geht oder ein nicht in der Sonne getrocknetes Vorzelt einfach ablegt. Hilfreich ist es auch, Polster oder Matratzen, auch bei Klappbetten oder im Hochdach, zu lüften oder an einem anderen Platz aufzubewahren.

Den Kühlschrank sollte man sorgfältig reinigen und desinfizieren, Schubladen und Klappschränke sollten offenbleiben. Natürlich müssen auch die Tanks für Frisch- und Abwasser leer sein. Wenig umweltfreundlich ist ein anderer ACE-Tipp: „Damit alle Leitungen leer sind, einfach ein kurzes Stück mit geöffneten Wasser- und Abwasserhähnen fahren…“ Besser wäre es, dies über Kanalschächten zu erledigen. Der Tank für die Scheibenwaschanlage muss nicht entleert werden - hier genügt ein zusätzlicher Frostschutz, der dann im Frühjahr nach und nach wieder durch Frischwasser ersetzt wird.

Je nach Lage des Winterlagers kann man auch eines der Seitenfenster einen Spalt breit öffnen, um einen wenn auch geringen Luftaustausch zu ermöglichen. Das geht allerdings nicht, wenn das Auto nicht in einer sicheren Garage oder Halle steht. Selbst in Sammelgaragen ist dieser Tipp nichts wert, denn auch dort gibt es Mäuse oder anderes Getier, das neugierig oder hungrig sich auf einen abgestellten Bulli freuen mag.

Kurz vor dem „Einmotten“ empfiehlt es sich, alle Fenster- und Türdichtungen mit einem speziellen Pflegestift, der oft aus Hirschtalg oder Silicon besteht, einzureiben, damit sie nicht festkleben. Und: Weil selbst der beste Akku nicht lange hält, baut man die Batterie einfach aus, auch wenn dies, wie bei einem alten T2 im hintersten Winkel des Motorraums etwas anstrengend werden kann.

Viele Bulli-Freunde nutzen ihr Auto auch ganz bewusst im Winter. Und davon gibt es viele schöne Fotos in unserer Galerie Herbst- und Winter-Bullis.

Hilfreich kann eine Checkliste sein, die wir beim Camping-Spezialisten Fritz Berger auf dessen Webseite als Download gefunden haben. https://www.fritz-berger.de/medien/checkliste-winterfest-wohnmobil-285161/vw_name.download/

von Ernst Bauer