Unterschätztes Risiko für den Motor
Die Umrüstung auf Autogas und Erdgas gehört mittlerweile zum Standardrepertoire vieler Werkstätten. Dass mit dem Kraftstoffwechsel auch ein Austausch des Motorenöls angebracht ist, wird dagegen oft übersehen.
Für Markenwerkstätten und freie Werkstätten ist die Fahrzeugumrüstung auf Autogas und Erdgas inzwischen ein wichtiger Aufgabenbereich: Schließlich steigen immer mehr Autofahrer von konventionellen Kraftstoffen auf die kostengünstige Alternative um und haben einen regelrechten Boom auch im Versorgungsnetz ausgelöst. Inzwischen führen mehr als 4.000 Tankstellen in Deutschland Autogas; bei Erdgas umfasst das Netz rund 800 Stationen.
Schmierstoffwechsel nicht nur empfehlenswert, sondern oft notwendig
Die Umrüstung gehört zum technischen Standardrepertoire vieler Werkstätten. Dass mit dem Kraftstoffwechsel auch ein Austausch des Motorenöls oft nicht nur empfehlenswert, sondern sogar notwendig ist, wird dagegen von vielen Service-Mitarbeitern und Mechanikern übersehen.
Händlervorschriften erfüllt und trotzdem kaum geeignet
Zwar behalten die Herstellerspezifikationen für das passende Motorenöl auch nach der Umrüstung auf Autogas oder Erdgas meist ihre Gültigkeit, doch mineralische oder teilsynthetische Öle erfüllen nur die Mindestanforderung der Benzinaggregate. In Kombination mit Autogas oder Erdgas müssen Motorenöle jedoch zusätzlichen Belastungen standhalten. So sind die Schmierstoffe
prinzipbedingt höheren thermischen Belastungen ausgesetzt.
Während Ottokraftstoff flüssig in das Saugrohr des Motors eingebracht wird, dort schnell verdampft und beim Verdampfen den Einlassbereich und den Brennraum kühlt, fehlt dieser Effekt bei Autogas und Erdgas. Daraus ergeben sich höhere Temperaturen im Brennraum und dementsprechend größere Belastungen für das Motorenöl. Darüber hinaus fehlen in den alternativen Energieträgern auch die reinigungsaktiven Additive des Ottokraftstoffs, die die Asche- und Ölkohlebildung minimieren. In gasbetriebene Motoren bilden sich somit schneller schädliche Ablagerungen.
Perfekte Schmierung auch bei höheren Temperaturen
Autofahrer sollten sich deshalb schon bei der Umrüstung ihrer Fahrzeuge die Risiken durch zusätzliche Ablagerungen und höhere Temperaturen im Motor bewusst machen. Abhilfe schaffen vollsynthetische Motorenöle, die im Vergleich zu mineralölbasischen Ölen auch bei deutlich höheren Temperaturen für hervorragende Schmierung sorgen. Darüber hinaus neigen Hochleistungsöle deutlich weniger zur Verkokung und reduzieren die Ablagerungen auf ein Minimum.
Mehrkosten für vollsynthetische Motorenöle schnell wettgemacht
Ein zusätzlicher Grund sind die herausragenden Spritspar-Eigenschaften von vollsynthetischen Leichtlaufölen, die sich an der Tankstelle auszahlen und somit die Mehrkosten im Vergleich zu mineralischen Ölen schnell wettmachen: Abhängig vom jeweiligen Modell beziffert beispielsweise der ADAC das Einsparpotenzial von Leichtlaufölen beim Kraftstoffverbrauch auf bis zu sechs
Prozent.

