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Darauf muss man bei der Anhängerkupplung achten

Eine Anhängerkupplung ist praktisch. Bevor man sich jedoch für eine entscheidet, muss man einige Punkte beachten. Die Zeitschrift "Auto Straßenverkehr" gibt Tipps.

 ©Rameder

Wer sein Auto mit einer Anhängerkupplung nachrüstet, sollte nicht nur auf das zulässige Zuggewicht im Blick haben. Die Zeitschrift AUTO Straßenverkehr schildert in ihrer neuen Ausgabe, worauf man achten soll.

MOTOR: Ein hohes Drehmoment ist wichtiger als eine hohe Spitzenleistung (kW und PS). Turbo­diesel sind als Zugwagen noch immer erste Wahl, weil sie bei hoher Leistungsanforderung deutlich sparsamer arbeiten als ebenfalls starke Turbo-­Benziner. Wer pro Jahr wenig fährt, kann aber auch einen Benziner nutzen. Hybridfahrzeuge haben als Zugmaschine kaum Vorteile: Ist der Akku leer, muss der Verbrennungsmotor alleine ackern. Und weil die meisten Hybride einen Benzinmotor haben, steigt der Verbrauch.

ANTRIEBSKONZEPT: Hinterrad­- und Allrad­antrieb ermöglichen bei hoher Beladung und großer Motorleistung die beste Traktion. Auf die Fahrsicherheit des Gespanns hat die Antriebsart aber keinen messbaren Einfluss. Gut ausbalancierte Fronttriebler mit wirkungsvoller Antriebsschlupfre­gelung sind ebenfalls als Zugfahrzeug geeig­net, haben aber meist etwas geringere Anhängelasten.

GETRIEBE: Automatikgetriebe sind im Zugbetrieb jedem Schaltgetriebe weit überlegen, weil sie stets die beste Übersetzung wählen und meist schneller, präziser und geschmeidiger schalten als die meisten Autofahrer. Für den Anhängerbetrieb optimal sind Wandlerautomatikgetriebe: Statt einer Reibkupplung überträgt ein Dreh­momentwandler im Ölbad die Kraft berührungslos vom Motor zum Ge­triebe. Beim Anfahren und Rangieren schleift also keine Kupplung. Zudem verstärkt der Wandler das Drehmoment beim Anfahren. Dop­pelkupplungsgetriebe setzen auf zwei mechanische Kupplungen, die
sich für blitzschnelle, quasi ruckfreie Schaltvorgänge gleichzeitig öffnen und schließen. Das funktioniert top, doch beim Thema Anfahr -­und ­Rangierkomfort sowie beim Verschleiß sind sie dem Wandler unterlegen.

ANHÄNGELAST: Die Anhängelast ist das wichtigste Kriterium, wenn man zum Beispiel einen großen Wohnwagen ziehen will. Für Familiencaravans sollten es schon 1500 kg sein. Die eingetragenen Standardwerte gelten für Steigungen bis zwölf Prozent. Einfluss auf die Anhängelast hat auch das zulässige Gesamtzuggewicht. Es gibt an, was Caravan und Zugwagen zusammen wiegen dürfen. Ist es begrenzt, kann es sein, dass bei voll beladenem Pkw der Anhänger leichter sein muss als die Anhängelast. Alternativ kann man das Auto nicht mehr voll beladen. Nicht vergessen: Mit dem Pkw-­Führerschein Klasse B sind nur Caravan-Gespanne bis zur Gesamtmasse von 3500 kg erlaubt.

ANHÄNGEKUPPLUNG: Bei der Kupplung lohnt sich die Werkslösung. Manchmal wird nur dann die maximale Anhängelast freigegeben. Der Grund: Im Paket mit dem Haken werden oft größere Kühler, Karosserie­versteifungen und dickere An­triebswellen eingebaut. Zudem bieten Werkseinbauten eine Dauerplusleitung, die Strom in den Caravan liefert. Und: Das Gespann-ESP ist, soweit für das Mo­dell verfügbar, dann auch an Bord.

von Gerhard Mauerer