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Assistenzsysteme machen Reparaturen deutlich teurer

So schön und praktisch manche Assistenzsysteme in neueren Autos sind - sie haben auch gravierende Nachteile. So sind Reparaturen wegen der Systeme teils deutlich teurer, das hat weitere Folgen.

 ©Pro Motor

Moderne Spurhalte-, Abstands- und Notbremsassistenten senken zwar die Zahl der Unfälle, doch sie treiben längst die Reparaturkosten in die Höhe. Selbst bei leichten Karambolagen mit vergleichsweise geringen Schäden an Front und Heck schießen die Kosten wegen der dort verbauten Sensoren und der notwendigen Kalibrierung in die Höhe, berichtet die Zeitschrift auto motor und sport. Nach einer Berechnung HUK-Versicherung kostet die Reparatur eines Stoßfängers inklusive Teile und Arbeitskosten bei einem BMW Fünfer (Baujahr 2020) ohne Austausch des Radarsensor 2900 Euro. Bei einer Erneuerung der Radarsensoren steigen die auf 6100 Euro, mehr als doppelt so viel. „In allen Gewerken steigt die Komplexität bei der Fahrzeugreparatur deutlich an“, sagt Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrums für Technik Automotive.

„Nun sind zwar die Schadenhäufigkeiten 2020 und 2021 gesunken, aber das kompensiert nicht den überdurchschnittlichen Preisanstieg. Das spüren wir – und der gesamte Markt“, ergänzt eine HUK-Sprecherin gegenüber auto motor und sport. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft kletterten die Ersatzteilkosten für Autos von 2013 bis 2021 durchschnittlich um 4,3 Prozent pro Jahr empor. „Der langjährige Trend rückläufiger Schadenhäufigkeiten in der Haftpflichtversicherung wird sich durch die zunehmende Marktdurchdringung mit den Systemen fortsetzen“, so die HUK. Das bedeutet: Die Prämien für die Autoversicherung werden steigen.

von Gerhard Mauerer