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Preise für Gebrauchte sind um 35 Prozent gestiegen

Der Gebrauchtwagenmarkt spielt verrückt. Mittlerweile sind die Gebrauchtwagenpreise um 35 Prozent gestiegen, sagte ein Experte gegenüber der Zeitschrift "Auto Motor und Sport". Besserung ist nicht in Sicht.

 ©gem

Die Gebrauchtwagenpreise sind nach Einschätzung der Dekra flächendeckend und über alle Fahrzeugklassen stark gestiegen. „Es gibt zwar vereinzelt Unterschiede in der Ausprägung, aber im Grunde herrscht tatsächlich überall Mangel auf dem Gebrauchtwagenmarkt, unabhängig von Regionen, Marken oder Fahrzeugklassen“, sagte Michael Tziatzios, Leiter des Gebrauchtwagen-Managements der Dekra im Gespräch mit der Zeitschrift auto motor und sport. „Die Preise sind im Schnitt in den letzten zwei Jahren um 30 bis 35 Prozent gestiegen. Das ist ein flächendeckendes Phänomen. Und eben nicht nur ein rein deutsches.“

Besonders stark gestiegen seien die Preise für hochwertige Fahrzeuge. „Gerade Sechs- und Achtzylindermodelle sind wirklich so gut wie ausverkauft und nicht zu bekommen. Im Luxus-Segment ist der Hype unglaublich: Ich habe sogar von Gebrauchtwagen-Auktionen gehört, wo Autohändler junge gebrauchte Sportwagen fünf Prozent über dem Neuwagen-Listenpreis eingekauft haben – der Verkaufspreis liegt dann natürlich noch höher“, so Tziatzios. „Die Leute kaufen also mittlerweile Gebrauchtwagen im Topsegment teilweise rund 20 Prozent über dem Listenpreis. Das zeigt: Im Moment läuft nichts nach Logik im Gebrauchtwagenmarkt.“

Der Dekra-Experte erwartet, dass das Preisniveau hoch bleibt. „Aus meiner Sicht werden die Preise jedoch auf absehbare Zeit erst einmal hoch bleiben und eher noch weitersteigen.“ Wer gerade ein Auto kaufen will, solle auch über andere Modelle nachgehen, rät Tziatzios. „Ich würde zurzeit gar keinen Gebrauchtwagen kaufen, sondern nach Möglichkeit versuchen, den Bedarf zu überbrücken. Ich würde mir überlegen, ob ich nicht tatsächlich in ein Abo-Modell einsteige für die nächsten ein bis zwei Jahre. Das könnte sich angesichts der hohen Gebrauchtwagenpreise für den einen oder die andere sicher rechnen.“

von Gerhard Mauerer