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Scheiben-Enteiser im Test

Was können Scheibenenteiser aus der Sprühflasche? Die GTÜ und "Auto Bild" sind dieser Frage in einem gemeinsamen Test auf den Grund gegangen.

 ©GTÜ

Scheibenenteiser aus der Sprühflasche versprechen im Winter schnell eisfreie Autoscheiben. Wie gut das wirklich funktioniert, hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) zusammen mit „Auto Bild“ getestet. Acht Pumpsprays in der Preisspanne zwischen zwei und acht Euro wurden verglichen.

Sieger im Test mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ wurde der „Aral Scheiben Defroster“ gefolgt von vier weiteren sehr empfehlenswerten Produkten. Das zweitbeste Ergebnis erzielte dabei der „Sonax ScheibenEnteiser“, der in der Gesamtbeurteilung aus Leistung und Kosten gleichauf mit dem besonders preiswerten „AutoXS Scheibenenteiser“ von Aldi Süd liegt, gefolgt vom „Priva Scheiben Enteiser“ der Handelskette Netto und dem „Shell EasyClean Scheibenenteiser“. Mit „empfehlenswert" schnitt der „Nigrin Scheiben-Entfroster“ ab. Als „bedingt empfehlenswert“ stuften die GTÜ-Tester „Robbyrob Klarblick Enteiserspray“ und „Brestol Scheibenenteiser“ ein.

 ©GTÜ

Ein guter Defroster sollte nicht nur den zu Eis gefrorenen Beschlag auf Autoscheiben lösen, damit er sich selbst bei Tiefkühltemperaturen problemlos wegwischen lässt, sondern auch eine Wiedervereisung der Scheiben verhindern. Dafür mischen alle Hersteller Alkohole unterschiedlicher Wertigkeit derart, dass die Scheibe aufgetaut wird. Allerdings sollten die Inhaltsstoffe nicht allzu schnell verdunsten, damit sich nicht Wasser und feuchte Umgebungsluft sofort wieder als Eis auf der Scheibe festsetzen können. Die GTÜ prüfte die Wiedervereisung nach zwei und nach fünf Minuten in einer Umgebungstemperatur von knapp 20 Grad minus. Auch hier lieferte Aral zusammen mit Aldi die besten Ergebnisse.

Punktabzug gab es aber für Aldi sowie auch für Netto, Nigrin, Robbyrob und Brestol in den Disziplinen Handhabung, Funktionalität, Sprühbild und Dichtigkeit. Mal erzeugten die ebenfalls auf minus 20 Grad runtergekühlten Pumpsprays von Aldi und Netto nicht sofort Druck und mussten erst leicht um wenige Grad angewärmt werden, bis sie richtig funktionierten. Mal störten sich die GTÜ-Prüfer bei Nigrin an Aussetzern beim Sprühen und bei Robbyrob an einem zu punktuellen Sprühbild. Eine der Robbyrob-Flaschen ließ sich obendrein erst nach Austausch der Sprühvorrichtung zum Test verwenden. Brestol lieferte nicht nur eine viel zu druckschwache Pumpvorrichtung, sondern lief auch noch – senkrecht aufgestellt – nahezu komplett aus, wenn der Sprühkopf bei Nichtbenutzung nicht vollends geschlossen wurde. Letzteres traf in abgemilderter Form auch auf Robbyrob zu. Das ist nicht unbedingt eine beruhigende Beobachtung beim hochprozentigen Inhalt der Flaschen, die alle das entsprechende Warnsymbol für hohe Entzündlichkeit tragen müssen, meint die Gesellschaft für Technische Überwachung. Ganz besondere Vorsicht empfiehlt sich im Umgang mit den Scheibenenteisern von Aldi, Netto und Shell, weil diese Flaschen auch noch das Gefahrensymbol GHS08 der „explodierenden Lunge“ zeigen. Es dient unter anderem der Kennzeichnung von mutagenen, reproduktionstoxischen und krebserzeugenden Stoffen bei Gefahr des Einatmens.

Selbstverständlich sollen Scheibenenteiser auch keine Schäden auf Gummi, Lack oder Scheinwerfergläsern aus Polycarbonat hinterlassen. Hier konnte für alle gestetesten Produkte Entwarnung gegeben werden. Keines griff Gummi an. Zumindest unter den strengen Testbedingungen der GTÜ-Verträglichkeitsprüfungen hinterließ Nigrin bei 80 Grad im Wärmeschrank nach einer Stunde leichte, irreversible Quellungen auf Reparaturlack. Und auf Scheinwerfergläsern aus Polycarbonat, die zwei Tage lang bei 80 Grad im Trockenschrank gelagert worden waren, verursachte Brestol viele feine Risse. Bei Aral zeigte Polycarbonat eine sehr leichte Vermattung.

ampnet/jri