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Schneeketten: Wie nutzt man sie, was muss man beachten?

Zugegeben, oft brauchen die meisten Autofahrer Schneeketten nicht. Doch wenn man sie braucht, sollte man auch genau wissen, wie man sie nutzt.

 ©B. Wylezich - Fotolia

Bei winterlichen Straßenbedingungen ist eine entsprechende Ausrüstung unverzichtbar. Neben Winterreifen – der ACE empfiehlt mindestens vier Millimeter Profiltiefe – können auch Schneeketten dazu gehören. Dies kann entweder durch die Straßenbedingungen erforderlich werden oder weil ein Verkehrsschild die Verwendung verlangt. Da Schneeketten nur selten zum alltäglichen Gebrauch gehören, erläutert der ACE, Europas Mobilitätsbegleiter, worauf bei der Nutzung zu achten ist.

Eine generelle Schneekettenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Sie wird höchstens durch ein Verkehrsschild, auf dem ein Reifen mit Kette auf blauem Grund zu sehen ist, verlangt. Zu finden ist dieses Verkehrszeichen vor allem in Berg- und Skiregionen. Aber auch ohne Beschilderung dürfen Schneeketten hierzulande angelegt werden, um Schnee und Eis auf der Straße Herr zu werden. Sinnvollerweise werden die Ketten nur auf eis- und schneebedeckter Straße genutzt, da sonst Fahrbahn und Kette Schaden nehmen könnten. Da Schneeketten zwar die Haftung verbessern, aber gleichzeitig Fahr- und Bremsverhalten beeinflussen, ist nur eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erlaubt. Eine defensive, achtsame und angepasste Fahrweise ist hier mehr denn je geboten. Wer mit dem Auto in den Winterurlaub fährt, sollte sich vorab unbedingt über die dortigen Winterausrüstungspflichten kundig machen. In manchen Ländern gilt bereits eine Mitführpflicht für Schneeketten. Besonderheit in Österreich: Wenn Schneeketten vorgeschrieben sind, dürfen nur welche verwendet werden, die der ÖNORM V5117 oder V5119 entsprechen.

Beim Kauf von Schneeketten muss unbedingt die eigene Reifengröße beachtet werden, die auf den Reifen selbst zu finden ist, denn nicht jede Kette passt universell auf jede Reifengröße. Die meisten Autohersteller schreiben die Anzahl der Schneeketten vor: Meistens ist ein Satz ausreichend. Bei Allradfahrzeugen werden manchmal zwei Sätze nötig.  Hier unbedingt die Herstellerangaben berücksichtigen. Wer einen Satz verwendet, muss immer die Antriebsachse wählen: Beim Vorderradantrieb werden die Ketten also auf die Vorderreifen montiert. Die Schneeketten selbst unterscheiden sich häufig in Preis und Komfort. Einfache und oftmals günstigere Ketten lassen sich manchmal etwas umständlicher anbringen. Teurere Modelle sind in der Regel leichter zu montieren und spannen sich, je nach Modell, automatisch nach. Bei engen Radkästen sollte zu feingliedrigen Schneeketten gegriffen werden, da diese besonders flach sind, bei Leichtmetallfelgen zu welchen mit Felgenschutz aus Kunststoff.

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, empfiehlt der ACE, das Anlegen von Schneeketten zu Hause in ruhiger Umgebung zu üben und sich mit den Vorgaben vertraut zu machen. So können unnötige Fehler bei der Montage und Beschädigungen am Fahrzeug vermieden werden. Sollen die Schneeketten nun in einem winterlichen Gebiet angelegt werden, empfiehlt es sich, einen sicheren Ort wie einen Park- oder Rastplatz anzufahren. Um die Sichtbarkeit zu erhöhen, empfiehlt der ACE zusätzlich den Warnblinker einzuschalten und eine Warnweste anzuziehen. Beim Aufziehen selbst sollte die korrekte Kettenspannung entsprechend der Herstellerangaben eingestellt werden. Sitzen die Ketten zu locker, beschädigen sie das Fahrzeug, sitzen sie zu eng könnten sie bei der Fahrt reißen. Nachdem die Schneeketten montiert wurden, möglichst ein paar Meter fahren, um anschließend den Sitz zu kontrollieren und gegebenenfalls nachjustieren zu können.

von Gerhard Mauerer