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Wahr und falsch: Mythen rund ums Elektroauto

Das E-Auto scheint nicht mehr aufzuhalten sein. Viele Autofahrer haben aber Bedenken. "Auto motor und sport" gibt Antworten auf Mythen rund um Elektroautos.

 ©VW ampnet

Rund um Elektroautos sind viele Mythen im Umlauf über Reichweiten, Kosten und Rohstoffe. Manche stimmen sogar, andere allerdings nicht. auto motor und sport hat die gängigsten Mythen und Vorurteile geprüft.

Beim Laden kann man sich einen Stromschlag holen: Dies ist tatsächlich möglich, und zwar beim Laden an einer nicht geerdeten Haushaltssteckdose. Prinzipiell lässt sich ein Elektroauto an jeder Steckdose laden. Allerdings empfiehlt es sich, die Installation zuvor überprüfen zu lassen. Fehlt nämlich die Erdung, drohen unter ungünstigen Bedingungen Stromschläge. Die Erdung wird über die beiden Klammern an der Außenseite des Schuko- Steckers abgeführt. Das Vorhandensein der Klammern beweist jedoch nicht, dass diese auch angeschlossen sind. Einige, aber nicht alle Elektroautos besitzen Schutzschaltungen, die ein Laden an nicht geerdeten Haushaltssteckdosen verhindern. Lässt sich die Installation nicht überprüfen wie bei einem Ferienhaus, sollten lieber öffentliche Ladesäulen genutzt werden.

Mit Strom fährt man wesentlich günstiger als mit Sprit: Bisher konnte diese Aussage eindeutig bejaht werden, wie ein Vergleich von auto motor und sport auf Basis des BMW i4 mit seinem Diesel-Kollegen 430d Gran Coupé auf Basis des WLTP-Verbrauchs zeigt: Als vor einem Jahr die Kilowattstunde nur 32 Cent kostete, der Diesel 1,56 Euro pro Liter, fuhr der Stromer 100 Kilometer für 5,15 Euro, der Diesel für 8,58 Euro. Das war ein Preisvorteil von 66 Prozent. Jetzt sind die Strompreise deutlich stärker gestiegen als der Dieselpreis, der Preisvorteil ist auf 35 Prozent gesunken – allerdings nur, wenn man zu Hause lädt. Ist man auf öffentliche Schnelllader angewiesen, fahren Stromer deutlich teurer.

Die Akkus halten nicht lange: Die meisten Hersteller geben für die Akkus ihrer Elektroautos eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 km. Bis dahin muss der Akku in der Lage sein, je nach Hersteller 70 bis 80 Prozent seines ursprünglichen Energieinhaltes aufzubringen, sonst greift die Garantie. Doch diese Mindestwerte sind nicht gleichzusetzen mit der realen Lebenserwartung der meisten Akkus. Inzwischen zeichnet sich ab, dass Akkus länger halten als erwartet. Darauf deutet eine Studie der TU Eindhoven hin, wonach Akkus einen durchschnittlichen Kapazitätsverlust von 2,5 % über die ersten 25.000 km, ein zusätzlicher Verlust von 2,5 % über die nächsten 75.000 km und ein Verlust von 1 % für jede weiteren 50.000 km. Das Fazit: 500.000 km sind realistisch.

Das Laden von E-Autos dauert ewig: Wenn man den falschen Ladepunkt erwischt, kann es tatsächlich lange dauern: Um die 77 kWh große Batterie eines Hyundai Ioniq 5 an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW Leistung zu füllen, sind mehr als 30 Stunden nötig. Anders sieht es am High-Power-Charger mit 300 kW aus: Der liefert so viel Strom, dass die Bordelektronik im Auto die Ladeleistung sogar herunterregelt, um den Akku nicht zu sehr zu beanspruchen. Ein Ioniq 5 schafft es in der Praxis, in 15 Minuten Energie für 250 Kilometer Fahrt nachzuladen und ist damit einer der schnellsten Lader. Ein Opel Corsa-e braucht unter ähnlichen Bedingungen für jeden nachgeladenen Kilometer rund doppelt so lang. Laden dauert also immer noch deutlich länger als Tanken, zwischen den einzelnen E-Autos sind die Unterschiede jedoch groß.

von Gerhard Mauerer