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Ein besonderer T6-Ausbau

Seit 1982 entwickelt Nils Holger Moormann, der für das „Neue Deutsche Design“ steht, Möbel mit reduzierter Formensprache und präzisen Detaillösungen. Moormann zieht die Flexibilität eines Campers jedem Hotel vor. Sein rollendes Zuhause muss natürlich etwas Besonderes sein. Jetzt ist das auch serienmäßig zu haben.

 ©We Make Them Wonder

Einfach, intelligent und innovativ, das sind die Leitgedanken, die Moormanns Firmenphilosophie bestimmen. Deshalb kann man bei ihm jetzt auch übernachten und vielleicht ein bisschen zu sich selbst finden. Denn in seinem Gästehaus "berge" kommt die Reduktion aufs Wesentliche in allen Ecken und Fluren zum Tragen: liegen, kochen und leben. Das ist konsequent und vor allem authentisch.

Eigenwillig, so heißt es, sei Nils Holger Moormann ja schon immer gewesen. Etwas Besonderes darf es dann für Moormanns rollendes Zuhause natürlich schon sein. Schließlich ist Moormann Möbeldesigner. Viele halten ihn sogar für einen der besten in Deutschland. Und daher ist Nils Holger Moormann beruflich viel unterwegs – am liebsten im eigenen Camper. Sein VW Bus der T6-Generation ist für Moormann eine Art rollendes Hotelzimmer. Klar, dass sein Bulli ein bisschen anders geraten ist als die anderen derzeit offerierten Ausbaulösungen.

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Aber der Designer behält bewährte und über Jahrzehnte erprobte Lösungen durchaus bei. Etwa die schon fast klassisch zu nennende Raumaufteilung für den Wohnausbau des Bully. Die ist aus Moormanns Sicht durchaus ideal für den VW Bus. Schrankraum und Küchenzeile sind auf der Fahrerseite untergebracht, dazu gibt es die zur 125 cm breiten Liegefläche umklappbare Sitzbank.

Moormann führt den minimalistischen Ansatz konsequent weiter, unterstützt von der Firma Custom Bus aus der Nähe von Hannover. Die baut und vertreibt den von Moormann gestylten Camper, bei dem alles weggelassen wurde, was nicht gebraucht wird.

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Moormann legt Wert auf Funktionalität, für wohnliches Ambiente sorgen die von ihm verwendeten Materialien. Er arbeitet mit Holz – etwa mit Teakholz als Bodenbelag – und im Kontrast dazu mit Edelstahl. Nanotech-Laminat mit seidenmatter Oberfläche kommt für die Oberflächen der Schränke zum Einsatz. Das Material hat eine samtige Haptik, ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke, kratzfest und pflegeleicht. Die Kanten sind in Eiche Natur ausgeführt. Die Griffe aus Zinklegierung sind pulverbeschichtet und mit Kompressionsverschlüssen für perfektes Schließen versehen. Strapazierfähige und leicht zu reinigende Merinowolle wird für die Sitzbezüge genutzt. Im Holzdach sitzen Licht-Spots, ergänzt durch eine kleine Schirmlampe an der Schiebetür.

Von außen gibt sich Moormanns Camper eher unauffällig, lackiert ist der T6 in Mattschwarz, ebenso wie die Schrankoberflächen im Innenraum. Moormann mag es unauffällig. Mit Fahrer- und Beifahrersitz hat der Design-Camper vier Sitzgelegenheiten. Mit einem aufstellbaren Schlafdach können alle vier Insassen auch im Camper schlafen. In der Schrankzeile hat Moormann allerhand untergebracht. Etwa vier Wäschefächer, eine Garderobe mit Kleiderstange, ein praktisches Fach für Schmutzwäsche, eine Kosmetikschublade, zwei beleuchtete Bücherboards sowie zwei Ablageboards im Kofferraum.

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Die Küche bietet vier Fächer für Kochutensilien, zwei davon mit Schüben. Dazu gibt es eine Besteckschublade, zwei Gewürzboards und zwei weitere große Schübe unter der Sitzbank. Während der Fahrt werden die beiden Tische magnetisch gesichert. Ein netter Gag ist die ebenfalls magnetisch gesicherte zusätzliche Fußbank hinter dem Beifahrersitz mit einem magnetisch befestigten Kehrbesen.

Die Arbeitsfläche der Küche ist samt Spüle und Gaskochfeld aus einem Stück aus drei Millimeter starkem Edelstahl gefertigt. Die Silvertouch-Oberfläche ist von Hand mattiert und daher unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Abkant-Enden an drei Seiten verhindern das Überlaufen von Flüssigkeiten. Die Spüle ist eingeschweißt, das Gas-Kochfeld mit zwei stufenlos regelbaren Kochstellen und Ein-Hand-Piezo-Zündung flächenbündig installiert. Brennstoff liefert eine 11 kg-Gasflasche.

Obendrein gibt es eine verchromte Ein-Hand-Armatur für Warm- und Kaltwasser – optional sind Außendusche plus Duschzelt realisierbar – sowie einen Kompressor-Kühlschrank mit Tiefkühlfach und insgesamt 65 Litern Volumen. Das Warmwasser wird über die Motorabwärme erzeugt; ein Heißwassertank dient zur Speicherung. Bis zu 105 Liter Frischwasser können gebunkert werden, Abwasser wird in einem Tank aufgefangen. Für Wärme in kälteren Nächten sorgt eine energiesparende Standheizung, für ausreichend Strom die Batteriekapazität mit bis zu 240 Ah. Unter der Schlafsitzbank gibt es im Heck des Busses einen Kofferraum.

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Knüller des Moormann-Campers sind Boden, Wand und Decke. Als Bodenbelag dient echter Schiffsboden aus Eiche, geölt und mit Antirutsch-Gummifugen versehen. Seiten- und Deckenverkleidung sind aus geölter Eiche mit natürlichem Wuchsbild gefertigt, die Aststellen sind dunkel ausgegossen.

Besonderes Augenmerk hat Moormann auch der Beleuchtung gewidmet. An Bord des Campers sind zwei bewegliche Leseleuchten mit Berührungssensor, je zwei eingelassene Wohnraum- und Küchenspots sowie Ambientelicht in den Bücherboards und über den Schrankeinbauten. LED-Technologie sorgt für geringen Stromverbrauch. Ein zentrales Steuerungspanel informiert über den Frischwasserstand, die Batterieanzeige und warnt beim Gasvorrat beim Erreichen eines geringen Füllstands.

Beim Preis des Design-Campers halten sich Moormann und Custom Bus bedeckt. Konkrete Zahlen nennt man nur ernsthaften Kaufinteressenten. Klar ist, dass ein potenzieller Kunde mehr auf den Tisch legen muss als bei den sonstigen Ausbauten von Custom Bus. Bei denen starten die Preise bei rund 35 200 Euro – für den Ausbau.

ampnet/gp