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Festgefahren mit dem Bulli in der Sahara im Regen

Community-Mitglied fimue aus Baden-Württemberg hat bei der Bulli-Entwicklung spannende Zeiten verbracht. Exklusiv für VW-Bulli.de hat er uns einen abenteuerlichen Erlebnisbericht und Fotos von einer T2-Testfahrt in der algerischen Sahara im Jahr 1978 zur Verfügung gestellt. Aus unserem Archiv.

 ©fimue

Bei der T2-Erprobung in der algerischen Sahara im Oktober 1978 war es tagelang mehr als 40 Grad heiß. Es war klar, dass früher oder später ein Gewitter entstehen musste.

Wir waren wie jeden Morgen schon um sieben Uhr vom Hotel in das Erprobungsfeld gefahren und zogen mit den Bullis - es stand der Wechsel vom T2 zum T3 bevor - unsere Runden. Da wurden plötzlich Wolken gesichtet. Das Kommando kam sofort: Aufenthaltszelt umgehend abbauen, alles Gerät verladen, zurück zur Asphaltstraße und zum Hotel. Gesagt, getan.

Doch leider überraschte uns der Regen zu schnell und zu massiv.

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Wir waren rund 20 Kilometer von der Asphaltstraße entfernt. Es goss in Strömen und nach etwa 100 Metern war die Fahrt bereits zu Ende. Die Räder voller Sand und Lehm drehten sich auf der Stelle. Das komplette Feld war nach kurzer Zeit ein See. Das Wasser stand 10 bis 30 cm hoch. Aber das reichte bereits: Nichts ging mehr.

So standen wir im Regen in der Hoffnung, dass er bald enden würde. Weit gefehlt. Das Gewitter hielt sich hartnäckig. Der Regen hatte gegen 16.00 Uhr angefangen. Um 20.00 Uhr harrten wir noch immer an derselben Stelle irgendwo auf dieser riesigen Sandfläche im Regen aus.

Der Temperatursturz war heftig: Von 44 Grad sank das Thermometer auf 19 Grad.

 ©fimue

Gegen 23.00 Uhr hörte der Regen zwar auf, aber die Räder drehten glatt durch. Wir waren zu zweit und saßen fest. Beide hatten noch etwas Wasser, aber nichts zu essen.

Unser Allrad-Bulli (T3-Erprobungsfahrzeug, siehe Foto) holte die einzelnen Fahrzeuge ab und zog diese auf eine Anhöhe.

Und dort saßen wir dann bis zum nächsten Morgen um zehn Uhr. Früh gegen fünf Uhr sank die Außentemperatur auf zehn Grad und wir trugen nichts weiter als kurze Hosen, T-Shirts und Sandalen.

 ©fimue

Weil wir so froren, montierten wir die Vorhänge des Bullis ab, teilten uns eine Tageszeitung und schoben uns alles unter die T-Shirts. Es war unsere längste und kälteste Nacht in der Wüste.

Nach der Rückkehr ins Hotel brauchten wir zwei Tage, um die Fahrzeuge wieder richtig fahrbereit zu machen. Da war die Wüste schon längst wieder trocken. Seit dieser Erfahrung hatten wir immer "Notfallkleidung" und Lebensmittel wie zum Beispiel Dauerkekse dabei.

Lesen Sie hier fimues abenteuerlichen Erlebnisbericht aus dem Folgejahr (1979) von einer T2/T3-Erprobung in der algerischen Sahara.

fimue